Erfolg im Business oder viel Family-Time? - 1x beides bitte!

Heute ist Felix’ 2. Geburtstag. Er ist das größte Geschenk meines Lebens. Nicht nur als Bereicherung für unsere Familie, unsere Ehe und mich persönlich, sondern auch für meine Selbstständigkeit. Beruflich erfolgreich UND als Papa da zu sein ist für viele ein Widerspruch. Ich erlebe seit zwei Jahren genau das Gegenteil.

Je mehr Zeit ich mit meiner Familie verbringe, desto mehr blühe ich auch im Business auf.

Je sicherer, geborgener und wohler ich mich in meiner Familie fühle, desto eher traue ich mich in meiner Selbstständigkeit aus meiner Komfortzone. Je tiefer meine privaten Wurzeln, desto mehr kann ich beruflich abheben. Felix gibt mir aber nicht nur – unabhängig vom Erfolg – das Gefühl, gut genug zu sein, so wie ich bin, wenn ich einfach nur DA bin, sondern sein Dasein und unsere Beziehung haben mir auch in einigen Punkten ganz konkret geholfen, im Business ein neues Level zu erreichen.

3 Business Lessons von meinem Kind

Business Lesson #1: Ich bin produktiver
Meine wertvolle Zeit ist mir noch kostbarer geworden. Jede Stunde, die ich mich nicht in irgendwelchen unnötigen Details verliere, ist eine Stunde mehr mit meiner Familie. Vor Felix habe ich zB in Bewerbungsgespräche oft bis zu eineinhalb Stunden investiert. Heute komme ich in den ersten fünf Minuten auf den Punkt und brauche nie länger als 30 Minuten. Früher bin ich oft stundenlang vor Präsentationen für Vorträge und Webinare gesessen.

Heute investiere ich nach dem 80/20-Prinzip maximal eine Stunde und erlebe in 90% der Fälle, dass es gut genug ist,

weil ich nicht mehr die Angst habe, nicht gut genug zu sein. Ich habe diesen Glaubenssatz tief in mir transformiert. Und in den wenigen Ausnahmen, wo ich mir schon Zeit nehme, allen voran in meinen Transformations-Trainings, zeigt mir das  Leben, dass es mir auch wirklich wichtig ist und mein Tun Impact hat.

Immer wenn es mir nicht gelingt, produktiv zu sein und ich stattdessen Zeit verschwende, bekomme ich die Rechnung präsentiert - manchmal sofort. So wie letzte Woche zB, als ich dann doch wieder auf Facebook irgendwo hängen blieb und somit verpasst habe, wie Felix das erste Mal mit einer (mit Mama) selbst gebastelten Laterne durch die Straßen gezogen ist und gesungen hat „Ich geh’ mit meiner Laterne...“ Als Judith mir das Video davon schickte, hat es mich sehr traurig gemacht, bei diesem besonderen Moment nicht dabei gewesen zu sein. In solchen Momenten erinnere ich mich dann wieder an unsere Regel: "Wenn ich in gewissen Situationen zwischen noch mehr Erfolg im Business oder noch mehr Zeit mit der Familie hin- und hergerissen bin, dann:

Family First! Alleine schon vor dem Hintergrund, dass dich die Kinder nie mehr so intensiv brauchen wie in den ersten Jahren. Arbeit und Geld kann ich in 10 oder 20 Jahren noch nachholen. Die prägenden ersten Jahren mit meinen Kindern nicht.

Business Lesson #2: Ich bin klarer & konsequenter
Ich treffe klare Entscheidungen und stehe dazu, ohne im Nachhinein das Spielchen „Was wäre wenn...“ oder „Hätte ich vielleicht doch lieber,...“ zu spielen. Klar zu entscheiden und konsequent zu bleiben darf ich täglich mit Felix üben, weil er mir zeigt, dass er innerhalb des großen Freiraums, indem er sich ausprobieren und entfalten darf, einen klaren Rahmen braucht, um sich zurechtzufinden und nicht überfordert zu sein. Die Eltern unter euch kennen das wahrscheinlich. Gerade Babys suchen zB im Bett oder auch in der Badewanne oft den Rand, um sich sicher und wohl fühlen zu können. Sie brauchen Grenzen, innerhalb derer sie experimentieren können - sowohl körperlich als auch emotional. Viele Erwachsene sind in dieser Hinsicht aus ihrem kindlichen Muster nie wirklich ausgetreten. 

Sie wollen keine Verantwortung übernehmen und treffen deshalb keine Entscheidungen. Das Problem ist nur, dass die Entscheidungen trotzdem getroffen werden – aber eben von anderen. Und über ihren Kopf hinweg.

Außerdem habe ich gelernt, alles klar und deutlich zu sagen. Besser ein Mal zu oft als gar nicht, weil Kommunikation immer das ist, was beim Empfänger ankommt. Dann besser etwas einmal mehr erwähnen oder erklären, um Missverständnisse zu vermeiden und für klare Verhältnisse zu sorgen. Diese offene und intensive Kommunikation ist eines der Erfolgsrezepte für die schöne Beziehung zwischen meiner Frau und mir. Klingt in der Theorie recht banal, wird aber in der Praxis von vielen nicht gelebt, weil es in der Umsetzung viel Konsequenz erfordert und auch manchmal überflüssig oder gar lächerlich wirkt. Wie klar und deutlich bist du in der Kommunikation mit deinem Partner, deinen Kindern oder deinen Arbeitskollegen?

Auch in meinen Transformations-Trainings hilft mir die Klarheit sehr. Sie ist die Grundvoraussetzung dafür, schnell und sicher zu dem Thema vorzudringen, worum es wirklich geht, anstatt ewig nur um den heißen Brei herumzureden. Das wirkt manchmal hart, ist aber der einzige Weg, um wirkliche Transformation zu ermöglichen.

Business Lesson #3: Mein Job ist (wieder) ein Spiel
Dieses Mal aber nach meinen eigenen Regeln. Für Felix ist das ganze Leben ein Spiel. Seine Ziele: Lernen, Freude haben und verbunden sein. Diese drei Elemente habe ich auch zu den Eckpfeilern meines Business gemacht. Bei allem, was ich tue, versuche ich diese Grundvoraussetzungen zu erfüllen. Ein Mensch, mit dem ich nicht connecten kann, mit dem der Prozess keinen Spaß macht und der mich nicht herausfordert, ist nicht der richtige für meine Trainings. Das finde ich mittlerweile schon über die Bewerbung und spätestens in der ersten kostenlosen Session heraus. Das erspart uns beiden viel Zeit und Mühe.

Felix spielt nach eigenen Regeln. Er isst Käsebrot mit Marmelade, schläft dann, wann ER will, geht mit dem Pyjama einkaufen, trinkt fünf Minuten vor dem Schlafengehen einen halben Liter Wasser, spielt Tischtennis mit dem Federball, fährt mit dem Rad im Wohnzimmer, geht rückwärts die Stiegen runter und schaut (Bilder-)Bücher von hinten nach vorne.

Dass man das alles „eigentlich nicht macht“, ist ihm völlig egal.

Er hat seine eigenen Regeln. Nach denen darf er solange spielen, solange er niemand anderem damit schadet. Wenn er beginnt, mit dem Besteck rumzuschießen, drei verschiedene Brote bestellt und keines davon isst oder er Mama an den Haaren reißt, dann gibt es ein ganz klares „Nein!“, aber immer gefolgt von einer Erklärung, weil er es nicht nur befolgen, sondern vor allem verstehen soll. Und wenn Felix etwas nicht gelingt oder er „Fehler“ macht, ist ihm das auch egal. Er hört dann nicht auf, sondern probiert es weiter. Zumindest bei den Dingen, die ihm Freude bereiten. Wenn er zehn Mal hintereinander nicht in den Basketballkorb getroffen hat, probiert er es ein elftes Mal. Wenn sein Turm das zehnte Mal umfällt, baut er er ihn ein elftes Mal auf. Und wenn er ein Wort noch nicht richtig sagen kann, dann verstehen wir es entweder trotzdem oder er sagt es eben so oft, bis wir es verstanden haben.

Und für alle Eltern, deren Kinder nicht so gerne schlafen gehen: Auch dafür haben Felix, Mama und ich eine Regel aufgestellt. Immer, wenn wir schon im Bett sind und er wieder aufstehen möchte, wiederholen wir unsere Regel:
Ich: „Wie ist die Regel, Felix?“
Felix. „Aufstehen, Schlapfen anziehen, Spielen!“
Ich: „Fast, Felix. Eins hast du vergessen. Was machen wir als Erstes?“
Felix: „Schlafen gehen.“
Ich: „Genau! Denn je schneller wir jetzt einschlafen, desto schneller können wir wieder aufstehen, Schlapfen anziehen (er liebt seine neuen Schlapfen) und spielen!“

So geht’s... meistens 🙂

Felix macht sein Umfeld zu seinen Mitspielern. Er kämpft nicht gegen andere, sondern spielt mit ihnen. Er führt keinen Machtkampf, wer den Geschirrspüler ausräumen soll, sondern macht das am liebsten gemeinsam. Er schaut nicht, wer den schöneren Schmetterling basteln kann, sondern lässt sich dabei helfen. Wenn am Spielplatz jemand gegen ihn Fußball spielen will, verliert er schnell den Spaß und sucht sich jemand anderen, MIT dem er spielen kann.

Er will nicht besser sein als andere, sondern MIT den anderen lernen und „besser“ werden.

Felix macht mein Leben nicht nur schöner und erfüllter, sondern auch mein Business erfolgreicher. Und umgekehrt mein erfolgreiches Business auch sinnvoller, weil das, was es finanziell abwirft, wieder in ihn und seine Entwicklung investiert werden kann – vor allem in seine Gesundheit (private und alternative Medizin) und seine (und unsere) Bildung: Bücher, Reisen und vor allem das Montessori-Kinderhaus, in das er nächstes Jahr gehen wird.

Ja, das Business ist kein Kindergarten, I know! Natürlich kannst du nicht das Leben deines Kindes 1:1 kopieren, mit deinen Kunden zu kuscheln anfangen oder deinem Mitbewerber ein Tor vorlegen. Als Erwachsener – und noch mehr als Elternteil – hast du viel Verantwortung und auch Verpflichtungen. Du musst dich behaupten, gegen andere durchsetzen und am Ende des Tages auch deine Rechnungen bezahlen. Aber das mit einer gewissen kindlichen Leichtigkeit und spielerischen Freude zu schaffen, wäre ein schönes Ziel. Und das ist kein Widerspruch! Überprüfe mal für dich, dein Leben und deinen Job, ob es auch dir möglich ist, dich mehr von (deinen) Kindern inspirieren zu lassen.

Mehr Fokus und Produktivität, mehr Klarheit und Konsequenz bringen dich in deinem Job aber definitiv einen wertvollen Schritt weiter und wahrscheinlich auch deinen Zielen näher. Und vielleicht eben auch den ein oder anderen Schritt näher an deine Familie, weil du mehr Zeit oder zumindest mehr Quality Time gewinnst.

Ja, Erfolg im Job - vor allem in der Selbstständigkeit - und viel Zeit mit der Family unter einen Hut zu bringen, ist definitiv keine einfache Herausforderung. Es ist auch bei uns eine, die uns oft an unsere Grenzen bringt, oft gut, manchmal aber auch gar nicht funktioniert. Du musst in dieser Hinsicht auch nicht zu streng mit dir sein.

Diese Challenge ist kein Ziel, sondern ein Prozess, in den du hineinwachsen darfst. Das geht aber nur, wenn du ihn bewusst machst, deine eigenen Regeln dafür aufstellst und versuchst, diese auch so gut es geht einzuhalten. 

Ich wünsche dir, liebe Leserin, lieber Leser, dass auch du dich von (deinen) Kindern inspirieren lässt und ebenso nie aufhörst, zu lernen, Freude zu haben und connected zu sein.

Enjoy your-self,
Peter

PS: Happy Birthday, Felix! Vielleicht wirst du diesen Post irgendwann einmal lesen oder einen ähnlichen über deine Kinder schreiben. Danke, dass ich dich begleiten und von dir lernen darf! Dein Papa
PPS: Danke, Judith, dass du mir einerseits für mein Business den Rücken frei hältst, aber mir andererseits auch ermöglichst, Papa zu sein, Einfluss zu haben und Regeln mitzubestimmen.

Wie du in 8 Wochen lernst, der Spielmacher deines Lebens zu werden, um im Business erfolgreicher zu sein UND mehr Zeit für dich und deine Familie zu haben.

    phack