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Das Wunder Mensch – dein Potenzial hinter deiner Angst

Das Wunder Mensch - Dein Potenzial hinter deiner Angst

Ich stehe im Kinderzimmer und wechsle die Windel unserer neugeborenen Luisa. „Das Wickeln ist das Stillen der Väter“, habe ich mal gehört. Da ist was dran! Es ist ein ganz intimer Moment des Vertrauens, der Verbundenheit, der Geborgenheit. Ich hätte nie gedacht, dass es mir so viel Freude bereiten kann, einem Menschen den Popo auszuwischen. (Dass die „Gacki“ von Babys nicht stinkt ist übrigens eine Lüge – zumindest bei unseren Kindern.)

Ich gebe ihr ganz viele Bussis und sage ihr, wie dankbar ich bin, dass ich ihr Vater sein darf. Sie ist jetzt 10 Tage jung. Und ein Wunder. Dieser kleine Mensch, der da vor mir liegt, ist durch eine klitzekleine Eizelle (1mm) und ein noch winzigeres Spermium (0,5mm) entstanden. (Zugegeben: Spaß war auch dabei.) Nur 9 Monate später liegt es als göttliches Wesen vor mir, eingebettet in einen funktionierenden und an sich fertigen Körper, der jetzt „nur noch“ wachsen muss.

„Wer da nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist.
Und hat vergessen, dass er selber eines ist.“
David Ben-Gurion

Ich stehe also da und bestaune dieses Wunder. In dem Moment geht mir ein Licht auf: Im Wunder steckt die Wunde!  Wie bei so Vielem in unserem Leben verbirgt sich oft hinter der größten Angst das größte Potenzial, im größten Schmerz der größte Schatz, in der Wunde eben auch das Wunder.

Die Geburt, der Start in unser Leben, zeigt uns dieses Phänomen in seiner pursten Form. Die Kinder müssen sich durch den engen Geburtskanal zwängen und landen oft blau und verformt auf dieser Welt. Es ist plötzlich unangenehm kalt, ganz hell und atmen müssen sie auf einmal auch ganz alleine. Die Mütter müssen sich durch die Wehen schreien und kämpfen, verlieren Blut und nehmen sogar Geburtsverletzungen in Kauf. Ein stundenlanger höllischer Schmerz, an dessen Ende der größte Schatz wartet: Liebe.

Das Neugeborene wird der Mama an die Brust gelegt und plötzlich steht die Welt still. Alles ist einfach nur wunderschön: Die Mama hält ihr größtes Wunder in ihren Händen, das Kind startet in sein Wunder namens Leben und der Papa wurde Augenzeuge dieser Wunders, das er zwar in dieser Form nie nachempfinden wird können, aber für das er unendlich dankbar sein darf. Und dass er als Anlass nehmen sollte, sein Kind - vor allem wenn es mal Zweifel oder Ängste hat - immer daran zu erinnern, dass es im Leben nicht nur Wunder gibt, sondern das Leben an sich ein Wunder ist und alleine deshalb schon viel mehr möglich ist, als wir uns oft zutrauen.

Danke Judith, danke Luisa, danke liebes Wunder Mensch!

An deine Geburt kannst du dich vermutlich auch nicht mehr erinnern. An die deine Kinder sehr wahrscheinlich schon, wenn du schon das Glück hattest, diesen Prozess begleiten zu dürfen.

Du kennst aber bestimmt Erfahrungen aus deinem Leben, in denen auch du dich einer Angst gestellt und dadurch ein Potenzial entfalten konntest, vielleicht sogar eine tiefe Wunde in ein großes Wunder transformieren konntest.

Vielleicht kommt dir eines dieser Beispiele bekannt vor:

- Wenn du den Mut fasst, deinen Job endlich zu kündigen, um das zu machen, wofür du wirklich da bist.

- Wenn du dich von einer Beziehung trennst, um für den Partner frei zu sein, der wirklich zu dir passt. 

- Wenn ein klärendes Gespräch, vor dem du dich lange gedrückt hast, plötzlich viel Leichtigkeit und Freude in diese Beziehung bringt.

- Wenn dich eine Krankheit oder ein Unfall dazu bringt, “plötzlich” gesünder zu leben, dich bewusster zu ernähren oder mehr zu bewegen.

- Wenn du eine negative Erfahrung in deinem Leben aufarbeitest und dadurch frei und ganz leicht wirst.

Alle diese Dinge sind im ersten Schritt zumindest unangenehm und belastend, viele machen uns auch richtig Angst. Und das ist auch gut so! Denn Angst ist per se einmal “nur” eine Energie, die dir zeigt, dass dir etwas wichtig ist.

Diese Transformation von der Angst zum Potenzial, vom Schmerz zum Schatz, von der Wunde zum Wunder funktioniert auch deshalb so gut, weil du diesem Thema in deinem Leben - oft unbewusst - schon mal sehr viel Aufmerksamkeit geschenkt und Energie investiert und sogar körperlich abgespeichert hast – und dann „nur mehr“ den Blickwinkel ändern musstest, um diese Kraft zu transformieren.

Bist DU dir auch bewusst, ein Wunder zu sein?
Und kennst du deine Wunde(n)?
Was ist deine größte Angst, aus der heraus du dein größtes Potenzial entwickeln könntest?

Peter Hackmair
www.peterhackmair.com

Erfolgreich UND erfüllt - dein Weg zu dem Leben,
das du dir wirklich wünscht. 

Vom Ausbrechen ins Ankommen – Wie Veränderung gelingen kann.

​​Vom Ausbrechen ins Ankommen - Wie Veränderung gelingen kann.

Möchtest du ​dich verändern? ​Raus aus deinem ​Hamsterrad, deiner Komfortzone, deinem Job, deinem Stress, deiner Beziehung, deinem Problem, ​einer schlechten Gewohnheit oder einer anderen (gefühlten) Abhängigkeit? Oder ​hast du dich schon verändert, aber bist noch nirgends wo anders (so richtig) angekommen?

Erst wenn du eine Tür zumachst, kann sich eine andere öffnen. Das Problem ist nur, dass du dich dazwischen, im Gang, in diesem Freiraum, der sich oft vielmehr wie eine Leere anfühlt, zuerst einmal zurechtfinden musst, um die richtige neue Tür überhaupt zu finden.

Wenn du die Herausforderung annimmst, findest du im Problem auch die Lösung, in der Krise auch die Chance, in deinem Schmerz auch deinen Schatz.

Es gibt zwei Möglichkeiten, ​etwas in deinem Leben zu verändern: Radikal oder step by step - je nach Typ, Situation und Lebensphase. Manchmal ist der Leidensdruck so groß, dass du die angestaute Energie nützen kannst und vielleicht sogar musst, um die Fesseln zu sprengen und einen radikalen Cut zu vollziehen. Der gesündere, sinnvollere und nachhaltigere Weg ist allerdings meistens, die Veränderung nicht zu überstürzen, sondern in sie hineinzureifen, sie nicht als Ziel, sondern als Prozess zu verstehen, anzunehmen und einzuleiten.

Zu mir kommen die Menschen meist mit sehr klar formulierten Fragen wie
// ​Wie finde ich meine Lebensaufgabe?
​// Wie werde ich im Business erfolgreicher?
​// Wie schaffe ich es, mehr Zeit für mich zu haben?
// Wie kann ich meine Ziele erreichen?
// Was ist meine "USP"?

Bevor wir in meinen Transformations-Trainings Antworten auf Fragen wie diese finden, gehen wir aber immer einen Schritt zurück. Wenn eine Veränderung wirklich nachhaltig und erfolgreich gelingen soll, muss man meist tiefer eintauchen und sich mit den wesentlichen (WARUM-)Fragen dahinter auseinandersetzen, wie zB.

// Warum willst du diese Ziele überhaupt erreichen? Warum sind sie dir wichtig? Sind es wirklich deine?
// Warum ​arbeitest du so viel? ​​Was ist dein Antrieb? Gibt es etwas, das du damit kompensieren möchtest?
// Was ist deine „UBP“, deine „Unique BEING Proposition“, die Essenz deine Seins, aus dem sich dein Tun und somit deine USP automatisch und logischerweise ergibt?

Wer in diesen Prozess nicht tiefer eintaucht, wird an der Oberfläche hängenbleiben und wirkliche Transformation schwer erleben können.

Er wird immer wieder an seinen Zielen scheitern oder sie aus Angst vorm Scheitern erst gar nicht richtig bzw. hoch genug stecken. Er wird nach „Copy-Paste-Prinzip“ immer wieder auf die gleichen ​Probleme​ stoßen. So wie die Schmerztablette auch nur das Symptom und nicht die Ursache bekämpft. Wer sich wirklich verändern möchte, muss seine Muster und Glaubenssätze hinter seinen Handlungen erkennen und sie neu definieren. Erst dann kann sich wirkliche Zufriedenheit und nachhaltiger Erfolg einstellen.

Eine der entscheidenden Fragen in meinen Transformations-Trainings ist immer, ob die Veränderung aus einem Mangel oder aus einer Fülle heraus initiiert wird.

Ist es eine Weg-von- oder eine Hin-zu-Motivation?

Handelt es sich bei ​deiner Entscheidung um einen emotionalen Schnellschuss oder um eine logische Konsequenz deines inneren Transformations-Prozesses? Trenn​st du dich von ​deinem Partner, weil ​du zutiefst davon überzeugt ist, mit jemand anderem glücklicher zu werden oder weil ​du dich von tieferen Konflikten drückst? Mach​st du dich selbstständig, weil ​du deinen Chef nicht mehr erträgst oder weil ​du ​eine ganz klare Vision hast, die du auch umsetzen möchtest?​ ​Arbeitest du 50, 60 oder gar 70h pro Woche aus Freude und Begeisterung oder weil du jemandem etwas beweisen möchtest?

​Wenn du das Gefühl hast, ​etwas verändern zu wollen/müssen, dann ist es vielleicht an der Zeit, dein Pendel ausschlagen zu lassen. Das kann bedeuten, zumindest einmal gedanklich die Veränderung zuzulassen, mit anderen darüber zu sprechen, kleine Veränderungen auszuprobieren, um zu sehen, ob es eine größere braucht.

Du musst die eine Tür nicht zuschnalzen. Oft reicht es, sie langsam und behutsam zu schließen, vielleicht dazwischen noch einmal reinzuschauen, ob da noch was ist, was dich zurückhält oder was du mitnehmen magst. Und bevor du ganz ausbrichst oder dich gleich ins Neue stürzt, ist es unabdingbar, dich ganz offen und mutig dem Gang dazwischen hinzugeben, in der du die Orientierung auch mal verlieren darfst, vielleicht sogar musst, um neu durchstarten zu können. Wenn du die Herausforderung annimmst, erwartet dich zwischen deinem alten und neuen (Ich) eine wunderschöne Reise namens Transformation:

Vom Problem zur Lösung. Vom Mangel zur Fülle. Vom Ego zum Selbst.

Befindest du dich in irgendeinem Bereich in deinem Leben gerade in Veränderung? ​Oder denkst du zumindest darüber nach? Wie geht’s dir in diesem Vakuum dazwischen? Wo zieht es dich eher hin? Weg vom Alten oder hin zum Neuen? Und warum? Und was hat diese äußere Veränderung mit deinem Inneren zu tun? Nur wenn du den inneren Prozess mitmachst, kommst du vom Ausbrechen ins Ankommen. Sonst bleibt es immer ein Aufbrechen ins Davonlaufen!

Enjoy your-self,
Peter

* Zur besseren Lesbarkeit habe ich bei Personenbezeichnungen meist die männliche Form gewählt. Gemeint sind natürlich immer auch die Frauen.

Wie du in 8 Wochen lernst, im Business erfolgreicher zu sein UND mehr Zeit für dich und deine Familie zu haben.

Erfolg im Business oder viel Family-Time? 1x beides bitte!

Erfolg im Business oder viel Family-Time? - 1x beides bitte!

Heute ist Felix’ 2. Geburtstag. Er ist das größte Geschenk meines Lebens. Nicht nur als Bereicherung für unsere Familie, unsere Ehe und mich persönlich, sondern auch für meine Selbstständigkeit. Beruflich erfolgreich UND als Papa da zu sein ist für viele ein Widerspruch. Ich erlebe seit zwei Jahren genau das Gegenteil.

Je mehr Zeit ich mit meiner Familie verbringe, desto mehr blühe ich auch im Business auf.

Je sicherer, geborgener und wohler ich mich in meiner Familie fühle, desto eher traue ich mich in meiner Selbstständigkeit aus meiner Komfortzone. Je tiefer meine privaten Wurzeln, desto mehr kann ich beruflich abheben. Felix gibt mir aber nicht nur – unabhängig vom Erfolg – das Gefühl, gut genug zu sein, so wie ich bin, wenn ich einfach nur DA bin, sondern sein Dasein und unsere Beziehung haben mir auch in einigen Punkten ganz konkret geholfen, im Business ein neues Level zu erreichen.

3 Business Lessons von meinem Kind

Business Lesson #1: Ich bin produktiver
Meine wertvolle Zeit ist mir noch kostbarer geworden. Jede Stunde, die ich mich nicht in irgendwelchen unnötigen Details verliere, ist eine Stunde mehr mit meiner Familie. Vor Felix habe ich zB in Bewerbungsgespräche oft bis zu eineinhalb Stunden investiert. Heute komme ich in den ersten fünf Minuten auf den Punkt und brauche nie länger als 30 Minuten. Früher bin ich oft stundenlang vor Präsentationen für Vorträge und Webinare gesessen.

Heute investiere ich nach dem 80/20-Prinzip maximal eine Stunde und erlebe in 90% der Fälle, dass es gut genug ist,

weil ich nicht mehr die Angst habe, nicht gut genug zu sein. Ich habe diesen Glaubenssatz tief in mir transformiert. Und in den wenigen Ausnahmen, wo ich mir schon Zeit nehme, allen voran in meinen Transformations-Trainings, zeigt mir das  Leben, dass es mir auch wirklich wichtig ist und mein Tun Impact hat.

Immer wenn es mir nicht gelingt, produktiv zu sein und ich stattdessen Zeit verschwende, bekomme ich die Rechnung präsentiert - manchmal sofort. So wie letzte Woche zB, als ich dann doch wieder auf Facebook irgendwo hängen blieb und somit verpasst habe, wie Felix das erste Mal mit einer (mit Mama) selbst gebastelten Laterne durch die Straßen gezogen ist und gesungen hat „Ich geh’ mit meiner Laterne...“ Als Judith mir das Video davon schickte, hat es mich sehr traurig gemacht, bei diesem besonderen Moment nicht dabei gewesen zu sein. In solchen Momenten erinnere ich mich dann wieder an unsere Regel: "Wenn ich in gewissen Situationen zwischen noch mehr Erfolg im Business oder noch mehr Zeit mit der Familie hin- und hergerissen bin, dann:

Family First! Alleine schon vor dem Hintergrund, dass dich die Kinder nie mehr so intensiv brauchen wie in den ersten Jahren. Arbeit und Geld kann ich in 10 oder 20 Jahren noch nachholen. Die prägenden ersten Jahren mit meinen Kindern nicht.

Business Lesson #2: Ich bin klarer & konsequenter
Ich treffe klare Entscheidungen und stehe dazu, ohne im Nachhinein das Spielchen „Was wäre wenn...“ oder „Hätte ich vielleicht doch lieber,...“ zu spielen. Klar zu entscheiden und konsequent zu bleiben darf ich täglich mit Felix üben, weil er mir zeigt, dass er innerhalb des großen Freiraums, indem er sich ausprobieren und entfalten darf, einen klaren Rahmen braucht, um sich zurechtzufinden und nicht überfordert zu sein. Die Eltern unter euch kennen das wahrscheinlich. Gerade Babys suchen zB im Bett oder auch in der Badewanne oft den Rand, um sich sicher und wohl fühlen zu können. Sie brauchen Grenzen, innerhalb derer sie experimentieren können - sowohl körperlich als auch emotional. Viele Erwachsene sind in dieser Hinsicht aus ihrem kindlichen Muster nie wirklich ausgetreten. 

Sie wollen keine Verantwortung übernehmen und treffen deshalb keine Entscheidungen. Das Problem ist nur, dass die Entscheidungen trotzdem getroffen werden – aber eben von anderen. Und über ihren Kopf hinweg.

Außerdem habe ich gelernt, alles klar und deutlich zu sagen. Besser ein Mal zu oft als gar nicht, weil Kommunikation immer das ist, was beim Empfänger ankommt. Dann besser etwas einmal mehr erwähnen oder erklären, um Missverständnisse zu vermeiden und für klare Verhältnisse zu sorgen. Diese offene und intensive Kommunikation ist eines der Erfolgsrezepte für die schöne Beziehung zwischen meiner Frau und mir. Klingt in der Theorie recht banal, wird aber in der Praxis von vielen nicht gelebt, weil es in der Umsetzung viel Konsequenz erfordert und auch manchmal überflüssig oder gar lächerlich wirkt. Wie klar und deutlich bist du in der Kommunikation mit deinem Partner, deinen Kindern oder deinen Arbeitskollegen?

Auch in meinen Transformations-Trainings hilft mir die Klarheit sehr. Sie ist die Grundvoraussetzung dafür, schnell und sicher zu dem Thema vorzudringen, worum es wirklich geht, anstatt ewig nur um den heißen Brei herumzureden. Das wirkt manchmal hart, ist aber der einzige Weg, um wirkliche Transformation zu ermöglichen.

Business Lesson #3: Mein Job ist (wieder) ein Spiel
Dieses Mal aber nach meinen eigenen Regeln. Für Felix ist das ganze Leben ein Spiel. Seine Ziele: Lernen, Freude haben und verbunden sein. Diese drei Elemente habe ich auch zu den Eckpfeilern meines Business gemacht. Bei allem, was ich tue, versuche ich diese Grundvoraussetzungen zu erfüllen. Ein Mensch, mit dem ich nicht connecten kann, mit dem der Prozess keinen Spaß macht und der mich nicht herausfordert, ist nicht der richtige für meine Trainings. Das finde ich mittlerweile schon über die Bewerbung und spätestens in der ersten kostenlosen Session heraus. Das erspart uns beiden viel Zeit und Mühe.

Felix spielt nach eigenen Regeln. Er isst Käsebrot mit Marmelade, schläft dann, wann ER will, geht mit dem Pyjama einkaufen, trinkt fünf Minuten vor dem Schlafengehen einen halben Liter Wasser, spielt Tischtennis mit dem Federball, fährt mit dem Rad im Wohnzimmer, geht rückwärts die Stiegen runter und schaut (Bilder-)Bücher von hinten nach vorne.

Dass man das alles „eigentlich nicht macht“, ist ihm völlig egal.

Er hat seine eigenen Regeln. Nach denen darf er solange spielen, solange er niemand anderem damit schadet. Wenn er beginnt, mit dem Besteck rumzuschießen, drei verschiedene Brote bestellt und keines davon isst oder er Mama an den Haaren reißt, dann gibt es ein ganz klares „Nein!“, aber immer gefolgt von einer Erklärung, weil er es nicht nur befolgen, sondern vor allem verstehen soll. Und wenn Felix etwas nicht gelingt oder er „Fehler“ macht, ist ihm das auch egal. Er hört dann nicht auf, sondern probiert es weiter. Zumindest bei den Dingen, die ihm Freude bereiten. Wenn er zehn Mal hintereinander nicht in den Basketballkorb getroffen hat, probiert er es ein elftes Mal. Wenn sein Turm das zehnte Mal umfällt, baut er er ihn ein elftes Mal auf. Und wenn er ein Wort noch nicht richtig sagen kann, dann verstehen wir es entweder trotzdem oder er sagt es eben so oft, bis wir es verstanden haben.

Und für alle Eltern, deren Kinder nicht so gerne schlafen gehen: Auch dafür haben Felix, Mama und ich eine Regel aufgestellt. Immer, wenn wir schon im Bett sind und er wieder aufstehen möchte, wiederholen wir unsere Regel:
Ich: „Wie ist die Regel, Felix?“
Felix. „Aufstehen, Schlapfen anziehen, Spielen!“
Ich: „Fast, Felix. Eins hast du vergessen. Was machen wir als Erstes?“
Felix: „Schlafen gehen.“
Ich: „Genau! Denn je schneller wir jetzt einschlafen, desto schneller können wir wieder aufstehen, Schlapfen anziehen (er liebt seine neuen Schlapfen) und spielen!“

So geht’s... meistens 🙂

Felix macht sein Umfeld zu seinen Mitspielern. Er kämpft nicht gegen andere, sondern spielt mit ihnen. Er führt keinen Machtkampf, wer den Geschirrspüler ausräumen soll, sondern macht das am liebsten gemeinsam. Er schaut nicht, wer den schöneren Schmetterling basteln kann, sondern lässt sich dabei helfen. Wenn am Spielplatz jemand gegen ihn Fußball spielen will, verliert er schnell den Spaß und sucht sich jemand anderen, MIT dem er spielen kann.

Er will nicht besser sein als andere, sondern MIT den anderen lernen und „besser“ werden.

Felix macht mein Leben nicht nur schöner und erfüllter, sondern auch mein Business erfolgreicher. Und umgekehrt mein erfolgreiches Business auch sinnvoller, weil das, was es finanziell abwirft, wieder in ihn und seine Entwicklung investiert werden kann – vor allem in seine Gesundheit (private und alternative Medizin) und seine (und unsere) Bildung: Bücher, Reisen und vor allem das Montessori-Kinderhaus, in das er nächstes Jahr gehen wird.

Ja, das Business ist kein Kindergarten, I know! Natürlich kannst du nicht das Leben deines Kindes 1:1 kopieren, mit deinen Kunden zu kuscheln anfangen oder deinem Mitbewerber ein Tor vorlegen. Als Erwachsener – und noch mehr als Elternteil – hast du viel Verantwortung und auch Verpflichtungen. Du musst dich behaupten, gegen andere durchsetzen und am Ende des Tages auch deine Rechnungen bezahlen. Aber das mit einer gewissen kindlichen Leichtigkeit und spielerischen Freude zu schaffen, wäre ein schönes Ziel. Und das ist kein Widerspruch! Überprüfe mal für dich, dein Leben und deinen Job, ob es auch dir möglich ist, dich mehr von (deinen) Kindern inspirieren zu lassen.

Mehr Fokus und Produktivität, mehr Klarheit und Konsequenz bringen dich in deinem Job aber definitiv einen wertvollen Schritt weiter und wahrscheinlich auch deinen Zielen näher. Und vielleicht eben auch den ein oder anderen Schritt näher an deine Familie, weil du mehr Zeit oder zumindest mehr Quality Time gewinnst.

Ja, Erfolg im Job - vor allem in der Selbstständigkeit - und viel Zeit mit der Family unter einen Hut zu bringen, ist definitiv keine einfache Herausforderung. Es ist auch bei uns eine, die uns oft an unsere Grenzen bringt, oft gut, manchmal aber auch gar nicht funktioniert. Du musst in dieser Hinsicht auch nicht zu streng mit dir sein.

Diese Challenge ist kein Ziel, sondern ein Prozess, in den du hineinwachsen darfst. Das geht aber nur, wenn du ihn bewusst machst, deine eigenen Regeln dafür aufstellst und versuchst, diese auch so gut es geht einzuhalten. 

Ich wünsche dir, liebe Leserin, lieber Leser, dass auch du dich von (deinen) Kindern inspirieren lässt und ebenso nie aufhörst, zu lernen, Freude zu haben und connected zu sein.

Enjoy your-self,
Peter

PS: Happy Birthday, Felix! Vielleicht wirst du diesen Post irgendwann einmal lesen oder einen ähnlichen über deine Kinder schreiben. Danke, dass ich dich begleiten und von dir lernen darf! Dein Papa
PPS: Danke, Judith, dass du mir einerseits für mein Business den Rücken frei hältst, aber mir andererseits auch ermöglichst, Papa zu sein, Einfluss zu haben und Regeln mitzubestimmen.

Wie du in 8 Wochen lernst, der Spielmacher deines Lebens zu werden, um im Business erfolgreicher zu sein UND mehr Zeit für dich und deine Familie zu haben.

Die schöne Seite des Lockdowns

Die schöne Seite des Lockdowns

Erst mal zur unschönen Seite des Lockdowns:  Schon wieder wird uns so viel erschwert, verboten, genommen! So ein Scheiss! Lass' ruhig deine Wut raus, über das, was dich nervt. Die Angst, vor der unsicheren Zukunft. Die Trauer, über das, was du vermisst oder verlierst. Deine Emotionen und Gedanken sind legitim, berechtigt und wichtig.

Hiobsbotschaften, Gefahren und Worst-Case-Szenarien liest und hörst du in den letzten Wochen vermutlich ohnehin genug. Deshalb möchte ich mich in diesem Post der schönen Seite, den positiven Dingen und Chancen des Lockdowns widmen. Wohlwissend, dass es viele individuelle Schicksale von Menschen gibt, die im Moment ganz andere Sorgen haben. Umso wichtiger ist es für alle anderen Privilegierten, positiv und lösungsorientiert zu sein, um selbst gut durch diese Phase zu kommen und möglicherweise auch andere dadurch unterstützen oder inspirieren zu können. Dieser Post ist jenen Menschen gewidmet, die wir in unserer Gesellschaft nun brauchen, um aktiv und selbstbestimmt die Gegenwart zu gestalten.

Dieser erneute Lockdown bringt viele Schattenseiten mit sich, aber auch viel Licht.

Ich habe in den letzten Tagen viele Stimmen gehört wie „Scheiss Lockdown – nicht schon wieder!“ aber ebenso viele Stimmen wie „Irgendwie hat es auch positive Seiten“ oder sogar „Endlich wieder Lockdown!“

- Endlich wieder durchatmen, runterkommen, ankommen.

- Endlich wieder raus aufs Land, in die Natur, zu meinen Eltern!

- Endlich wieder mehr Quality Time mit meiner Partnerin und meinen Kindern!

- Endlich wieder mehr Zeit zum Lesen und zum Schreiben!

- Endlich wieder mehr Zeit zum Reden und zum Zuhören, für tiefgründige Gespräche, versöhnende Worte, klärende Aussprachen.

- Endlich wieder mehr Zeit zum Reflektieren. Über mein Leben, meine Arbeit, dieses Jahr!

- Endlich wieder Zeit zum Träumen und Ziele setzen!

- Endlich wieder Zeit für meine persönliche Entwicklung: Für Meditation, Online-Kurse, Podcasts, Coaching, Therapie!

- Endlich wieder Zeit, meinem eigenen Rhythmus nachzugehen, dann zu schlafen, zu essen und zu arbeiten, wann es für mich am besten passt.

- Endlich wieder mehr Zeit für Bewegung und Sport.

- Endlich wieder mehr Zeit zum Kochen, für gesunde und ausgewogene Ernährung!

- Endlich wieder mehr Zeit für mich.

Ist da auch was für dich dabei? Oder fällt dir etwas anderes ein, warum du dich auch auf den Lockdown freuen kannst, eine schöne Seite oder zumindest eine Chance? Du darfst die Medaille ruhig auch von der anderen Seite betrachten, in dieser Krise auch die Chancen erkennen. Und ja, diese darfst und sollst du auch ansprechen und wahrnehmen. Du darfst ruhig sagen, dass du dich in gewisser Weise auch auf den Lockdown freust, wenn das so ist.

JA, es darf dir gut gehen, auch wenn es anderen gerade schlecht geht. Es soll dir sogar gut gehen! Nur so kannst du für andere da sein.

Für manche bringt dieser Lockdown – meist unbewusst – auch erst den Schatten, damit vielleicht später wieder Licht entstehen kann:

// Menschen verlieren Things To Do und gewinnen „Time To Be“
// Menschen verlieren ihren Job, der ihnen nie wirklich Spaß gemacht hat und gewinnen Freiheit, um etwas Neues zu starten.
// Paare trennen sich, nachdem es eh schon länger kriselt und schaffen Raum, den Partner kennenzulernen, der wirklich für zu ihnen passt.

In deinem größten Schmerz liegt dein größter Schatz!

Die Veränderung, von der du die größte Angst hast, könnte deine größte Chance sein! Vielleicht hast du das Neue noch nicht sehen können, weil du noch nicht genug Abstand vom Alten hattest.

Der erneute Lockdown erinnert mich an meinen zweiten Kreuzbandriss. Der erste riss mir komplett den Boden unter den Füßen weg, aber schnell kam die Motivation, „stärker“ zurückzukommen. Mit dem zweiten, zwei Jahre später, kam die erneute Ernüchterung, weniger hart, weil schon mal erlebt, aber umso tiefgründiger. Es war der Moment, in dem ich spürte, dass nun wirklich die Zeit reif war, mich zu verändern. Bis ich dann wirklich dazu den Mut aufbrachte, brauchte ich allerdings noch einen dritten „Reminder“, meinen dritten Kreuzbandriss, weitere zwei Jahre später.

Ja, ich weiß, es war nur Fußball, Jammern auf hohem Niveau, finanzielles Polster usw. ... Das ist mir schon alles sehr bewusst und ich bin für mein privilegiertes Leben auch sehr sehr dankbar. In meiner Arbeit als Transformations-Trainer habe ich aber gelernt,

dass es nie um die objektive Bewertung, sondern immer um das subjektive Empfinden geht.

Dieser Lockdown trifft manche mehr, manche weniger. Individuell empfinden aber die meisten ihr eigenes Schicksal als besonders tragisch. So kommen (Leistungs-)Sportler zu mir, für die die Welt zusammenbricht, wenn sie nicht mehr ihrem Traum nachgehen dürfen. Unternehmer, die trotz großem Vermögen „plötzlich“ von Existenzängsten geplagt werden. Aber auch Arbeitslose, die nicht wissen, wie sie in Zukunft ihr Geld verdienen können. So individuell die Gefahr, so ähnlich das Gefühl der Ohnmacht, die Angst vor der ungewissen Zukunft.

Eine Übung, die in meinen Trainings jedem hilft, der gerade leidet, zurückgeworfen wurde oder in einer Krise steckt: Denk’ dich ein Jahr in die Zukunft! So kannst du zu deinem subjektiven Empfinden etwas Abstand und den nötigen Weitblick gewinnen, um den Schmerz zu lindern, das Problem zu relativieren oder auch schon eine mögliche Lösung – oder zumindest ein mögliches Learning – zu erkennen. (Fast) alles geht vorbei!

Willst du dich auch verändern?

Gibt es auch bei dir etwas, das du aktuell loslassen möchtest oder musst? Wieviele Lockdowns, Rückschläge oder Watschn des Lebens brauchst du (noch) dafür? Wann ist die Zeit für dich reif, deine Transformation aktiv und selbstbestimmt anzugehen?

In der Beobachtung und Begleitung in meinen Transformations-Trainings ist das individuell sehr verschieden, hängt von deinem Typ, deiner Situation und deinem Umfeld ab. Die Frage ist nur, ob du grundsätzlich den Mut aufbringen kannst, aus deiner Komfortzone auszusteigen. Manche tun dies proaktiv, manche warten, bis sie dazu gezwungen werden. Durch eine Krankheit, einen Jobverlust, eine Trennung vom Partner oder anderen prägenden Erlebnissen.

Ich habe mich im Laufe des ersten Lockdowns schon sehr intensiv mit einer möglichen Zukunft beschäftigt und einen Artikel zum Thema „Fußball 2030 – Eine machbare Utopie“ geschrieben. Der scheint heute noch relevanter als damals. Dieses Mal möchte ich aber nicht nur an die Fußballwelt, sondern an uns alle appellieren, dass es an der Zeit ist, aufzuwachen! Wenn du gerade nicht gesundheitlich gegen das Virus oder um deine wirtschaftliche Existenz kämpfen musst - oder vielleicht sogar gerade dann? - dann versuche, in dieser herausfordernden Zeit auch die Chancen zu erkennen.

Dass der zweite Lockdown genau zu Allerseelen verhängt wurde, könnten wir als symbolische Chance erkennen, das Alte hinter uns zu lassen, um Platz für das Neue zu schaffen. Was auch immer das Alte oder Neue bei dir sein könnte. So groß oder klein auch immer deine Veränderung werden könnte. Für eine gelungene Transformation musst du nicht immer dein ganzes Leben auf den Kopf stellen.

Manchmal reicht es schon, an einer einzelnen Stellschraube zu drehen, eine neue Routine zu etablieren oder eben einen neuen Blickwinkel einzunehmen, um eine einschneidende Veränderung einleiten zu können.

Dieser Lockdown ist für viele von uns tragisch genug! Ich wünsche mir, dass wir dieser Negativspirale von Angst, Abgrenzung und Arbeitslosigkeit so gut es geht entgegenwirken. Manche von uns können dafür mehr, manche weniger tun. Die Gesunden kümmern sich um die Kranken. Die Wohlhabenden unterstützen die finanziell Geschädigten. Die Jüngeren gehen wieder für die Älteren einkaufen. Die Zweisamen melden sich regelmäßig bei den Einsamen. 

Was aber (fast) alle von uns tun können ist, auf uns selbst acht zu geben, positiv zu bleiben und unser Immunsystem zu stärken. Durch gute Ernährung, viel Bewegung, Liebe, Freude und Begeisterung.

Das hilft nicht nur gegen Corona, sondern macht dein Leben gesünder, aktiver und schöner.

Was kannst du tun, um in dieser Phase etwas Positives zu bewirken? Für dich, dein Umfeld und diese Welt?

Mach’ dir den Lockdown so wenig schwer, um nicht zu sagen so schön, wie möglich. Nimm die Gefahren und Herausforderungen des Virus ernst, aber widme dich auch den Chancen und schönen Seiten dieses Lockdowns. Gönn’ dir etwas, das du schon länger aufgeschoben hast: Dein Lieblingsessen, ein gutes Buch, eine neue Serie, eine Yoga-Stunde oder eine Massage. Starte eine neue 30-Tage Challenge: Meditation, Intermediate-Fasten, Vegan, Social-Media frei oder was auch immer dich gerade reizt. Starte ein neues Projekt: Schreib’ ein Buch, gestalte deine Wohnung neu oder lerne Gitarre zu spielen (zum Beispiel mit Grow). Und vielleicht das Wichtigste:

Hör’ auf, mit entweder/oder und beginne mit sowohl/als auch.

Unsere Welt leidet ohnehin schon unter zu viel Schwarz/Weiß. Wir vertragen wieder mehr Graustufen, oder noch besser, bunte Flecken, dazwischen. Finde eine gute Balance zwischen Mut und Angst. Ziel ist es nicht, die Angst zu unterdrücken, sondern mit ihr zu arbeiten. Ziel ist es, mutig zu bleiben, aber nicht übermütig zu werden, ​denn sonst verwandelt sich Mut in Dummheit. Nachhaltig erfolgreich mutig zu sein basiert vielmehr auf Demut.

Enjoy your-self,
Peter

* Zur besseren Lesbarkeit habe ich bei Personenbezeichnungen meist die männliche Form gewählt. Gemeint sind natürlich immer auch die Frauen.

Wie du in 8 Wochen lernst, der Spielmacher deines Lebens zu werden, um im Business erfolgreicher zu sein UND mehr Zeit für dich und deine Familie zu haben.

Starke Connections – Besser zuhören mit der 3-Sekunden-Regel

Starke Connections - Besser zuhören mit der "3-Sekunden-Regel"

Du tust es ständig und doch nicht so richtig. Du musst nichts dafür tun und doch alles geben. Du hast es schon früh gelernt, aber später wieder verlernt: Zuhören.

Zuhören ist mehr als nichts zu sagen.

Kennst du den Unterschied? Kennst du das Gefühl, wenn du jemandem etwas erzählst, aber sie oder er nicht richtig zuhört, du genau spürst, dass es nicht wirklich ankommt?

Kommunikation ist, was beim Empfänger ankommt! Dafür braucht es auf der einen Seite eine SenderIn, die möglichst klar und deutlich kommuniziert, aber auf der anderen Seite einen Empfänger, der auch wirklich bereit ist, zu empFANGEN, etwas anzunehmen. Und dafür braucht er oder sie Zeit, Raum und Aufmerksamkeit.

Wenn du zuhörst, hörst du zu. Und tust sonst gar nichts – du hängst weder auf deinem Smartphone, noch schreibst du etwas auf oder lässt den Radio oder Fernseher laufen. Du fällst deinem Gegenüber weder ins Wort noch denkst du darüber nach, was du jetzt antworten oder als nächstes fragen könntest. Ja sogar nebenbei essen oder trinken kann dich zu sehr ablenken, weil du vielleicht einen kleinen, aber entscheidenden Moment verpasst.

In seiner pursten und stärksten Form des Zuhörens hängst du deinem Gegenüber an den Lippen, saugst jedes Wort auf – und oft sogar noch wertvoller – jede Emotion zwischen den Zeilen. Wenn du dazwischen was anderes tun MUSST, dann wähle eher den Zeitraum, wo gesprochen wird. Denn in der Stille liegt der Schatz.

Wie jede Fähigkeit, kann man auch das Zuhören trainieren oder besser gesagt, sich wieder daran erinnern. Denn wir waren alle einmal richtig gut darin. Als Neugeborenes bist du nämlich darauf angewiesen. Du kannst noch nicht sprechen, deshalb musst du  zuhören. Das machst du in den ersten 18 Monaten deines Lebens auch sehr gerne. Weil du erstens lernen willst und dich zweitens mit den Sendern, meistens deinen Eltern, im Normalfall sehr verbunden fühlst. Zumindest bis sich dein „Ich“ entwickelt hat, die Instanz in dir, die sich als eigenständige Person erkennt, sich von anderen abgrenzt und „ihr Ding“ machen möchte, dementsprechend nicht immer auf das hört, was andere ihr sagen.

Du hörst vor allem dann nicht zu, wenn du zu den Sendern keine Verbundenheit spürst oder du dich für das Gesagte nicht interessierst. Vielleicht kennst du das aus der Schule.

Irgendwann bist du aber (vielleicht) erwachsen geworden, vielleicht mit 18, vielleicht auch später. Fakt ist, dass du heute weder von deinen Eltern noch von der Schule noch abhängig bist. Du bist erwachsen. Du bist frei. Du darfst selbst entscheiden. Du darfst dich weiterentwickeln oder besser gesagt, dich wieder zurückbesinnen und er-innern. An das, was du im Inneren spürst und wer oder was dich wirklich interessiert.

2 Gründe, warum du nicht zuhören kannst

Falls es dir heute als Erwachsener noch immer nicht gelingt, wirklich zuzuhören, dann könnte das erstens daran liegen, dass dich der Sender oder das Gesendete noch immer nicht wirklich interessiert oder zweitens, dass du zu sehr mit dir selbst und deinem Ego beschäftigt bist und somit keinen Raum in dir schaffen kannst, um etwas zu empfangen.

Zweiteres war bei mir lange der Fall. In der Schule hörte ich – mit Ausnahme von Sport, Deutsch und Italienisch – in der Regel selten zu, weil es für meinen Traum, Fußballprofi zu werden, nicht relevant war. Anstatt aufmerksam zuzuhören war ich im Gedanken immer schon beim nächsten Training oder Spiel. Oder hin und wieder bei meiner Jugendliebe. Als mich meine Geschichtsprofessorin wieder mal beim Schummeln erwischte, entgegnete ich ihr: „Frau Professor, was interessiert mich die Vergangenheit? Ich will mich mit meiner Zukunft beschäftigen! Ich will Fußballprofi werden!“ Viele Jahre später – spätestens an der Seite meiner Frau, die Geschichtsprofessorin ist, – habe ich erfahren, wie spannend die Vergangenheit sein kann, nämlich auch, um die Zukunft zu verstehen.

Aber auch nach der Schule, angekommen in meinem Traum, war ich nicht gut im Zuhören. Vielleicht sogar noch schlechter. Getrieben von meinem Ego, das anderen beweisen wollte, gut genug zu sein, gestreichelt von Familie, Freunden und Fans, gefragt in meinem Dasein als Fußballprofi, später ORF-Experte und regelmäßiger Talkgast in diversen Fernseh-, Radio- und Podcast-Formaten.

Schon ab 18 Jahren war ich es gewohnt, in der Öffentlichkeit und somit im Mittelpunkt zu stehen, gefragter Interviewter zu sein und immer eine (gute) Antwort parat zu haben. Mit 23 war ich so naiv, eine Autobiografie zu schreiben, bevor ich überhaupt gelernt hatte, was es heißt, zuzuhören. Nicht nur anderen, viel erfahreneren Menschen, sondern vor allem auch meiner inneren Stimme. Mit 27 stand ich mit meinen Vorträgen auf Bühnen mit mehreren hundert Zuhörern, mit 28 analysierte ich Fußballspiele vor 500.000 TV-Zusehern und mit 32 tanzte und sprach ich vor einem Millionenpublikum.

Im Laufe meiner 20er-Jahre habe ich mich einerseits zum Top-Speaker entwickelt, was mein Ego streichelte, aber andererseits auch zum Low-Listener, was meinem Selbst im Weg stand, um zu wachsen.

Im Laufe der letzten Jahre hat sich dieses Blatt aber gewendet. Im Zuge meiner eigenen Transformation vom Fußballer zum Trainer, vom Sohn zum Papa und im Kern vom „Ego zum Selbst“ bin ich auch viel offener, präsenter und in Folge empfänglicher geworden.

Kein Wunder, dass sich in den letzten Jahren dann auch meine Formate geändert haben. Vom Sender und Hauptakteur in gefüllten Stadion, auf großen Bühnen und im Mainstream-Fernsehen erst hin zum Empfänger in meinem Youtube-Channel und Podcast und später als Transformations-Trainer in kleinen Workshop-Gruppen und 1:1 Sessions. Diese Formate sind nie auf meinem Businessplan gestanden, sie sind mir zugeflogen. Aber nicht wegen Glück oder Schicksal, sondern „Inside-out“ als äußere Folge meines inneren Prozesses. Im Namen meiner Mission, nach meiner eigenen Karriere und Transformation nun andere Menschen in ihrem inneren Wachstum hin zum äußeren Erfolg zu begleiten.

Im Zuge meiner Selbstreflexion ist mir auch klar geworden, dass es in meinem Leben immer die 1:1-Begegnungen waren, in denen ich mich am wohlsten fühlte, auch privat. Ein schönes Gespräch mit einem Mitspieler hat mich immer mehr interessiert als der Gruppen-Schmäh in der Kabine. Eine tiefgründige Begegnung mit einem Freund hat mir immer mehr Freude bereitet, wie „Vorglühen“ in der großen Runde.

Warum Zuhören mindestens so schön ist wie zu sprechen

Heute brauche ich es nicht mehr für mein Ego, sondern ist es eine schöne Abwechslung, wenn ich hin und wieder noch auf großen Bühnen, in TV-Talkshows oder Podcasts sprechen darf, aber noch mehr, wenn ich in meinen 1:1 Sessions der Zuhörer bin. Wenn ich eine Frage stelle, die mein Gegenüber so noch nie gehört hat und dementsprechend nicht aus der Ratio, sondern nur aus dem Herzen antworten kann. Wenn ich einen Raum schaffe, in den mein Gegenüber eintreten und sich ganz öffnen kann. Eine Tiefe, in der wir „connecten“ und uns über das wirklich Wesentliche austauschen können. Eine Begegnung, in der Inspiration entsteht. Nicht nur für mein Gegenüber, sondern auch für mich. Ich bin noch nie aus einer Session rausgegangen, aus der ich nicht auch etwas für mich mitnehmen konnte.

Immer wenn du selbst sprichst, nimmst du dir die Gelegenheit, von anderen zu lernen. Wenn du hingegen beginnst wirklich zuzuhören, kannst du wachsen.

Wenn du Coach, TrainerIn oder Führungskraft bist, ist es sowieso essenziell, zuzuhören, um wirklich zu spüren, wie es deinem Team geht und wirklich herauszufinden, was es braucht. Aber auch sonst ist es eine wichtige Eigenschaft, die deine Beziehungen stärkt und dein Leben bereichert. In deiner Partnerschaft ist das Zuhören das Fundament für Verständnis und Wertschätzung. In deiner Elternschaft ermöglicht es dir, die Bedürfnisse deiner Kinder früher und besser zu erkennen. Und in Freundschaften kann das Zuhören zu tiefgründigen Gesprächen und in Folge zu mehr Verbundenheit führen.

Zuhören ist für mich eine der wichtigsten und zugleich unterschätztesten bzw. nicht beachtetsten Fähigkeiten. In meine Transformations-Trainings kommen viele gute Zuhörer, aber noch niemand von ihnen wäre in der „SWOT-Analyse“ auf die Idee gekommen, diese Fähigkeit unter dem Punkt „Stärken“ auch zu erwähnen. Mit Zuhören kann man sich – zumindest direkt – vielleicht nichts kaufen, aber es ist die Basis, um zu connecten, zu lernen und zu wachsen. Und daraus wiederum kann sehr viel entstehen. Auch Dinge, die man sich dann kaufen kann. Abgesehen davon erscheint es mir in Zeiten wie diesen, in der die Gräben in unserer Gesellschaft (rechts vs. links, für vs. gegen Corona-Maßnahmen, Fleischesser vs. Veganer) immer weiter aufgehen, wichtiger denn je, durch Zuhören Brücken für ein gegenseitiges Verständnis zu bauen.

Besser zuhören mit der „Drei-Sekunden-Regel“

Zuhören lernen muss aber nicht anstrengend sein. Du kannst es auch spielerisch angehen. Mein Trauzeuge Georg und ich haben dazu ein Spiel erfunden. Eigentlich ist es uns passiert. Wir haben gemeinsam vier Tage in Barcelona verbracht. So viel Zeit zu zweit hatten wir noch nie. Nachdem die Zeit in unseren sonstigen Treffen immer verfliegt, hatten wir uns viele Ideen und Gedanken für diesen Trip aufgehoben. Zu viele! Wir hatten das Gefühl, so viel nachholen und am besten gleich auch „vorholen“ zu müssen, dass wir uns am ersten Tag ständig überschlugen, dem anderen ins Wort fielen, nie wirklich zuhörten.

Kennst du das, wenn du einen guten Freund länger nicht gesehen hast und ihm alles bis ins letzte Detail erzählen möchtest, ihr beim Philosophieren vom Hundertsten ins Tausendste kommt und euch in Gesprächen über Gott und die Welt nie der Stoff ausgeht?

Zurück zum Spiel. Wir nennen es die „3-Sekunden-Regel“, nicht zu verwechseln mit der anderen „3-Sekunden-Regel“, die ich mit unserem kleinen Felix spiele, wenn ihm wieder mal das Essen runterfällt und er drei Sekunden Zeit hat, es aufzuheben, um es – halbwegs bakterienfrei – doch noch essen zu können. (Falls es länger dauert, darf er meistens auch noch – ist gut für die Abwehrkräfte. Aber bitte nicht seiner Mama sagen.) Eigentlich ist die „Georg-Peter-3-Sekunden-Regel“ ziemlich das Gegenteil. Wir haben nach dem ersten Urlaubstag voller Gesprächsüberflutung kaum was von Barcelona mitbekommen und danach entschlossen, die Regel aufzustellen, dass der Empfänger immer mindestens drei Sekunden warten muss, bevor er dem Sender antworten darf. Ist am Beginn komisch und echt schwierig, aber unglaublich wirkungsvoll!

Die "3-Sekunden-Regel" gibt erstens die Chance, bewusster zuzuhören, weil man weniger in Versuchung gerät, sofort etwas zu antworten. So kannst du es auch wirklich aufnehmen und verarbeiten. Zweitens schafft es auch Raum, um über die Antwort nachzudenken und sie klarer und deutlicher zu formulieren.

Viel Freude & spannende Learnings beim Zuhören,
Enjoy your-self,
Peter

*  Zur besseren Lesbarkeit habe ich bei Personenbezeichnungen meist die männliche Form gewählt. Gemeint sind natürlich immer auch die Frauen.

Ich begleite außergewöhnliche Persönlichkeiten in ihrem inneren Wachstum. Menschen, die ihr Potenzial schon erkannt, aber noch nicht voll entfaltet haben. Menschen, die bereits erfolgreich sind, aber spüren, dass da noch mehr geht. Menschen, die im Außen schon viel erreicht haben, aber innerlich nicht wirklich glücklich und zufrieden sind.

Emotionen im Griff – Warum sie so wichtig sind und wie du sie regulieren kannst

Emotionen im Griff - Warum sie so wichtig sind und wie du sie regulieren kannst

Wie geht es dir?

„Gut!“, höre ich dich jetzt - sagen.

Wirklich?

Schließ’ mal die Augen, atme tief durch und spür’ noch mal rein, in dich und deinen Körper. Versuche nicht darüber nachzudenken.

Also wie geht’s dir? Nimm dir zumindest ein paar Sekunden Zeit...

Gar nicht so leicht zu beantworten, oder?

Vor allem reicht dafür oft „gut“ oder „schlecht“ nicht aus. Gefühle kann man generell oft schwer beschreiben. Aus der Ratio aber nie. Dann sind es nämlich Gedanken.

Ich ertappe mich auch immer wieder, diese Frage nur oberflächlich zu beantworten. Oft auch, weil sie auch nur oberflächlich daherkommt. Wenn dein Gegenüber dir die Frage nur so hinschmeißt, ohne wirklich an deiner Antwort interessiert zu sein, dann entsteht auch kein Raum, in den du tiefer eintauchen könntest.

Deine Gefühle zu spüren, anzunehmen und auszuleben ist eigentlich das Natürlichste des Menschen. Genauer gesagt sind es im Ursprung deine unbewussten Emotionen, die du empfindest. Die instinktive erste Emotion kannst du auch nicht steuern. Deshalb brauchst du dich auch nicht schlecht fühlen, wenn dir im ersten Moment zB etwas richtig Angst macht oder dich jemand wütend macht.

Gefühle sind der Ausdruck unserer wahrgenommenen Emotionen.

Erst im Wahrnehmen und Annehmen wird die Emotion zum Gefühl. Und da kommt deine Chance ins Spiel. In meinen Transformations-Trainings nenne ich diesem Moment die Atempause. Das Fenster zwischen Ein- und Ausatmen, das Vakuum zwischen Vergangenheit und Zukunft, die Brücke, auf der die Emotion zum Gefühl wird. In diesem kurzen Augenblick, den du durch Atemübungen ausdehnen kannst, hast du die Chance, dein Gefühl zu steuern, einzuordnen und dann auch bewusst auszuleben – in dem Rahmen, der für dich stimmig ist. Studien aus der Neurobiologie beweisen bereits, dass Menschen, die seit längerem meditieren, eine höhere Dichte an Nervenzellen im frontalen Kortex, einer Region oberhalb der Augenhöhlen, zeigen, die uns helfen, emotionale Reaktionen umzulernen.

Emotionen zu regulieren ist auch deshalb so wichtig, weil deine Emotionen dein Verhalten steuern, deine Persönlichkeit prägen und deine Beziehungen beeinflussen.

Wie man Gefühle in seiner pursten und direktesten Form ausleben kann, erfahre ich vor allem seit 1 Jahr, 10 Monaten und 22 Tagen. Denn so alt ist unser Sohn Felix jetzt. Kann ich gerade nicht mit ihm spielen, weint er. Will er nicht gewickelt werden, schreit er. Mache ich die lustige Kuschelmonster-Grimasse, lacht er, bis er umfällt. In den ersten Monaten, wenn Kinder noch nicht gehen und sprechen können, ist der unmittelbare Gefühlsausdruck die einzige Möglichkeit, Bedürfnisse zu kommunizieren. Das ist als Eltern oft schwer auszuhalten, aber es wäre wichtig, um die Gefühle der Kinder nicht zu unterdrücken.

Zugegeben könnte es spannend werden, wenn auch wir Erwachsenen – vor allem in Gruppen – unseren Gefühlen immer und sofort völlig freien Lauf lassen würden. Das ist auch nicht das Ziel. In bestimmten Situationen kann es auch ein wertvoller Schutzmechanismus sein, deine Gefühle nicht sofort auszuleben. Wenn du aus Angst von deiner Präsentation davonläufst oder vor Wut deinen Chef anschreist. Umgekehrt sagt es viel über deine Beziehungen aus, bei wem du deine Gefühle offen zeigen und über sie reden kannst. Und vielleicht noch mehr, wenn du gar nicht über sie reden musst, weil dein Gegenüber spürt, wie es dir geht.

Im ersten Schritt ist es wichtig, deine Emotion bewusst wahrzunehmen und anzunehmen. In „Epiq“ bei Psychotherapeut und Humanenergetiker Dr. Markus Jahn habe ich genau das spielerisch gelernt: Die Emotion bewusst zu spüren, zu benennen und auch in ihrer Intensität auf einer Skala von 1-10 einzuordnen. Daraus ergibt sich bei mir dann zB in einem Streit mit Judith „Ärger 8“ oder beim Hören von Pizzera & Jaus' „Liebe zum Mitnehmen“ „Begeisterung 10“ oder in einem Gänsehautmoment in einer Trainings-Sesssion „Freude 9“. Unterspannung wie zB Begeisterung 1 (= Langeweile) kann das Leben für kurze Zeit sogar entspannend machen, Überspannung wie  „Begeisterung 10“ euphorisch. Auf lange Sicht sind sie aber beide ungesund. Auch die positiven!

Die Emotionen zu spüren und anzunehmen ist im ersten Schritt auch deshalb so wichtig, um sie dann auch in einer konstruktiven Form ausleben zu können. 

Manchmal ist es auch wichtig, dabei alles rauszulassen. Aber oft reicht es schon, deine Gefühle einfach benennen und aussprechen zu können. Dafür haben wir uns dieses Werkzeug namens Sprache u.a. ja angeeignet. Ein „Ich bin wütend, weil ...“ kann deine Partnerin wahrscheinlich besser nehmen als wenn du sie anschreist oder einfach weggehst und innerlich „weiterkochst“. Zumindest hilft mir das in meiner Beziehung mit Judith. Oder auch ein "Ich bin nervös" vor der Präsentation kann Druck wegnehmen und Leichtigkeit bringen. Wenn du willst, dass dein Körper, dein Geist und deine Seele im Einklang schwingen, dann ist es auch wichtig, dass du sagst, was du denkst und fühlst.

Lebst du deine Emotionen nicht aus, manifestieren sie sich im Körper.

Emotionen sind Hormone, die der Körper ausschüttet, als Signale, um etwas zu tun oder in Bewegung zu setzen. Das Raubtier greift den Neandertaler an, das Blut wandert in die Muskulatur, der Sympathikus fährt hoch, der Puls auch, die Muskeln spannen sich an und er ist ready - je nach Selbsteinschätzung - zum Kämpfen oder Davonlaufen. Würde der Neandertaler seine Angst unterdrücken, würde der Prozess nicht in Gang kommen und er würde gefressen werden. (Wurde er auch so oft genug, aber dann hatte er zumindest eine Chance.)

So wie auch deine Angst vor der Präsentation nicht weg ist, wenn du sie nicht beachtest. Die Emotion speichert sich im Unterbewusstsein und somit in deinem Körper ab und findet irgendwann andere Wege, um sich zu zeigen.  Manchmal sofort, in dem du zB zu zittern beginnst, dich versprichst oder Worte verschluckst. Letztes passiert mir immer dann, wenn ich – aus Angst vor Konflikten – nicht den Mut habe, das zu sagen, was ich wirklich denke.

Manchmal zeigt sich die unterdrückte Emotion aber auch erst Stunden später, manchmal auch erst Wochen, Monate oder sogar Jahre später. Je später oder auch abstrakter die Symptome, desto schwieriger ist der Zusammenhang zu erkennen. Die reichen von leichtem Halsweh über chronische Rückenbeschwerden bis hin zu schweren Erkrankungen oder Unfällen. Der Hals schmerzt, weil du etwas nicht aussprechen willst. Die Brust wird eng, weil dir vor Angst die Luft weg bleibt. Die Schultern tun weh, weil du eine zu große Last mit dir herumschleppst. Die Verdauung spinnt, weil dir was im Magen liegt. Dein Rücken meldet sich, weil du kein Rück-Grat zeigst, nicht für deine Werte und Meinungen einstehst. Oder – wie in meinem letzten Blogpost „Ein Leben ohne Maske“ beschrieben – das Kreuzband reißt, aus innerer Zerrissenheit, weil du im Außen dauernd den starken Leistungsträger spielen musst, obwohl du in dir drin oft mit der Angst vorm Versagen kämpfst. Die Psychosomatik lässt grüßen.

Es gibt keine negativen Emotionen!

In der Psychologie unterteilt man die Grundemotionen (manche sprechen von 6, andere wiederum von 10 oder gar 27 Grundemotionen) in positive wie Liebe, Freude, Begeisterung und "negative" wie Angst, Trauer oder Wut. Das impliziert logischerweise negative Gedanken mit den negativen Emotionen. Dabei ist es genau so wichtig (und somit positiv) diese negativen Emotionen anzunehmen und "negative" Gefühle auszuleben. Manchmal sogar noch wichtiger, weil im Schmerz oft der Schatz versteckt ist, gerade weil es uns in unserer Gesellschaft nicht leicht gemacht wird, diese negativen Gefühle auszuleben. JA, du darfst sagen, wenn es dir nicht gut geht. JA, du darfst von der Arbeit daheim bleiben, wenn du erschöpft bist und musst nicht darauf warten, bis du Fieber hast oder im Burn-out landest. JA, du darfst deiner Partnerin sagen, dass du eifersüchtig bist, auch wenn das an deinem Ego kratzt. JA, du darfst einem Freund sagen, dass du Neid verspürst, weil er gerade eine glückliche Beziehung führt, mehr Geld verdient oder ein schöneres Auto fährt.

Und natürlich solltest du genau so und noch viel lieber die positiven Emotionen ausleben. Das ist ja noch absurder, dass wir Erwachsenen uns damit oft so zurückhalten. Mach einen Luftsprung, wenn du dich freust. Wirklich! Springe, so hoch du kannst! Zeig' deinen Herzensmenschen, dass du sie liebst. Und wenn Corona gerade keine Umarmung zulässt, dann schenke ihnen zumindest dein schönstes Lächeln oder ein verbeugendes Namasté. Sag deinen Freunden, was du an ihnen schätzt. Sag' Leuten „Danke“ für etwas, was du bisher selbstverständlich gesehen hast und dir selber „Danke“, wenn du wieder den Mut hattest, du selbst zu sein. Hör' im Auto dein Lieblingslied und sing' so laut und inbrünstig mit wie du nur kannst. Und im Zweifelsfall lass’ das Fenster runter, damit du mit deiner Begeisterung auch andere anstecken kannst. Und wenn du Dinge nicht sagen willst, dann schreibe sie. In dein Tagebuch, als WhatsApp oder Brief.

Der Sinn des Lebens ist, es zu leben.

Es gibt so viele mögliche Sinne des Lebens oder – wie Pizzera & Jaus singen – vielleicht auch gar keinen bestimmten. Mit „Eini ins Leben“ meinen sie glaube ich genau das, was ich mit diesem Blogpost versucht habe zu teilen: Das Leben wahrnehmen, annehmen und ausleben. Deinen Körper, deine Gedanken und eben auch deine Emotionen. Mit all seinen positiven und „negativen“ Seiten. An beiden dürfen wir reifen und wachsen.

Auch mir fällt das nach wie vor nicht immer leicht. Aber mein Glück ist, dass mein Vorbild in unserer Wohnung lebt: Felix ist nicht nur unser größtes Geschenk, sondern - wie alle kleinen Kinder - auch unsere größte Inspiration, wenn es darum geht, der Mensch zu sein, der du wirklich bist. Das klingt so einfach und kann doch so schwer sein! Aber du könntest mit einem ersten kleinen Schritt beginnen. Auf die Frage „Wie geht’s dir?“ einfach mal durchatmen, drei Sekunden reinspüren und dann erst antworten. Und auch den Mut haben, zu sagen, wenn es dir nicht „gut“ geht.

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Eine Übung für dich - Emotionen regulieren
Wenn du in deinem Alltag spürst, dass dich etwas - egal ob positiv oder negativ - bewegt oder aufregt: Halte inne, atme drei Mal tief durch und stell' dir folgende Fragen:
// Welche Emotion ist das?
// Wie stark ist sie (auf einer Skala von 1-10)?
// Wo könnte sie herkommen bzw. was hat sie mit mir zu tun?
// Wie kannst du sie konstruktiv ausleben?

Mehr Inspiration für dich
// „Die Macht in dir“ – Buch von Sportwissenschaftler Gerhard Zallinger
// "Meine Gefühle und ich" - Artikel in "Zeit online"

* Zur besseren Lesbarkeit habe ich bei Personenbezeichnungen meist die männliche Form gewählt. Gemeint sind natürlich immer auch die Frauen.

Nicht gut genug – Warum du nie wirklich zufrieden bist.

Nicht gut genug - Warum du nie wirklich zufrieden bist.

Fußballprofi, 120.000 Euro Gehalt im Jahr, 335er BMW mit 286 PS, Penthouse-Wohnung mit 100m2 Terrasse, Urlaube im 5-Sterne-Ressort.

Gerade gut genug.

Mit 18 erfüllte ich mir meinen Kindheitstraum. Ich unterschrieb meinen ersten Profivertrag. Ich war glücklich und fühlte mich angekommen. Für einen Moment.

Die nächsten Ziele standen schon auf meinem Karriereplan: Stammspieler, A-Nationalspieler, Wechsel ins Ausland. Mehr Geld, schnelleres Auto, größere Wohnung. Trainer, Berater und andere Einflüsterer sagten mir, ich solle mich nie mit dem zufrieden geben, was ich habe. Und somit war ich auch nie (wirklich) zufrieden.

Dass dir Leute das sagen, dein Umfeld dir das eintrichtert, unser System das vorgibt, ist die eine Seite. Solange unsere Wirtschaft ständig wachsen muss und Profisportler als Helden dienen, geht das auch nicht anders. Die andere Seite ist, was du daraus machst, wie sehr du diesem Selbstoptimierungswahn, diesem Höher-Schneller-Weiter und Immer-Mehr unter die Räder kommst.

Der Druck beginnt früh. Spätestens im Kindergarten musst du dich unterordnen, folgen, "brav" (dieses Unwort haben wir - vor allem in der Begleitung unseres Sohnes - mit "zufrieden" ersetzt) sein. In der Schule bescheinigen dir Noten, wie gut du bist und nach der Schule solltest du dann unbedingt noch auf die Uni, denn wer nicht studiert, der wird es am Arbeitsmarkt schwer haben.

Nicht gut genug.

Dort kämpfst du dann um einen Arbeitsplatz. 40 Stunden sind gerade genug. 50-60 wären besser. Je voller dein Kalender ist, desto wichtiger fühlst du dich. Je mehr Termine, Telefonate und Besprechungen du schaffst, desto produktiver bist du. Ohne Fleiß kein Preis.

Denn nur wer hart arbeitet, kann mal was werden. Und nur wer viel Geld verdient, ist dann auch jemand.

Willst du dich beruflich verändern, musst du in Bewerbungen einen lückenlosen Lebenslauf vorlegen. Wehe du warst einmal ein paar Monate arbeitslos, weil du eine Auszeit gebraucht hast. Das ist nur was für Schwächlinge. Oder EsoterikerInnen, die dann auf Reisen ihren Sinn des Lebens suchen. Im Bewerbungsgespräch zeigst du natürlich nur deine beste Seite. Dass du manchmal schwer aus dem Bett kommst, alle 30 Minuten eine rauchen willst oder autoritäre Chefs nicht leiden kannst, verschweigst du natürlich. Du hast nicht den Mut, die Maske fallen zu lassen. Aus Angst

nicht gut genug

zu sein. Hast du dich als eine(r) dieser SinnsucherInnen selbstständig gemacht und musst dich endlich nicht mehr von anderen herumkommandieren lassen, gleichst du ständig mit den anderen Freigeistern auf Instagram, Facebook oder LinkedIn ab: Da findest du Typen, die können mit Laptop am Strand arbeiten, passives Einkommen generieren und strahlen in ihren Feeds um die Wette. Du hingegen hacklst bis zum Umfallen, um gerade irgendwie deine Rechnungen bezahlen zu können.

Nicht gut genug.

Und wenn es doch finanziell richtig gut läuft, dann ginge ja noch mehr. Ein Start-up zu gründen ist cool, eines zu verkaufen noch cooler. Und dann das nächste und das nächste. Vielleicht schaffst du es irgendwann ins Ö3-„Frühstück bei mir“ zu Claudia Stöckl oder in die Puls4-Show „2min2mio“ oder darfst sogar als Business Angel dort Platz zu nehmen. Falls diese oder ähnliche Anfragen nicht kommen:

Nicht gut genug

Als UnternehmerIn, TrainerIn oder LehrerIn musst du ständig die Person sein, auf die alle aufschauen. Auf Fragen und Herausforderungen musst du die Antworten liefern.

Du musst vorangehen, Stärke beweisen, Leadership zeigen. Du musst alles selber wissen und immer mehr als dein Team. Schließlich stehst du in der Hierarchie über den anderen. 

Bist du einmal müde, schwach oder hast du einfach keine Ahnung, du ahnst es ...

Nicht gut genug.

Ist dein großer Traum - so wie gefühlt von 80% der Buben in Österreich - Fußballprofi zu werden, schaffst du es aber nicht, nagt dieses Scheitern an dir. Vielleicht bist du schon im Sportunterricht bei den Spielen immer als Letzter gewählt worden, vielleicht hast du es knapp nicht zum Profi geschafft oder vielleicht hast du es sogar geschafft, aber verpasst den Sprung ins "Leben danach", weil du nicht weißt, was du außer Fußball sonst noch kannst und was du mit deinem Leben jetzt anstellen sollst. Laut einer Studie der "FIFPro" von 2014

leiden 39% der Fußballer nach ihrer Karriere an Depressionen oder Angstzuständen.

Das Ergebnis ist oft das gleiche: Ein zerplatzter Traum. Eine Krise. Das Gefühl, nicht gut genug zu sein. Ich bin in den letzten 15 Jahren sehr vielen zerbrochene Fußballer-Seelen begegnet, zum Teil sehr erfolgreiche Unternehmer oder Manager, die Jahre oder Jahrzehnte (!) nach ihrem fußballerischen Scheitern noch immer diesen Glaubenssatz mit sich herumschleppen. Oft unbewusst, was das eigentlich Tragische dabei ist, denn sonst könnten sie ja damit arbeiten. Ähnlich geht es vielen Frauen mit dem zerplatzten Kindheitstraum des Models, der Sängerin oder der Schauspielerin.

Nicht gut genug.

Abseits von Bildung und Beruf verführen uns noch viele andere Dinge zum Selbstoptimierungswahnsinn: Fitnessstudios, Nahrungsergänzungsmittel (über Schmerzmittel bis hin zu Medikamenten), Mode, Ratgeber oder Apps, die dir sagen, wie viel du schlafen, dich bewegen und - jetzt wird's skurril - NICHT am Smartphone hängen solltest. Unterstützt durch die Werbung, die ständig damit spielt, dir Bedürfnisse unterzujubeln, die du eigentlich gar nicht hast – immer mit der gleichen Botschaft:

Du bist nicht gut genug!

Noch Fragen? Das Leben, unser System, unsere Gesellschaft macht es dir gar nicht so leicht, dich gut genug zu fühlen, oder? Vielleicht kennst du dieses Gefühl, so wie so viele in unserer Leistungsgesellschaft. Wenn du an dir zweifelst, ist es an der Zeit, in dein ganz persönliches „Nicht gut genug“ einzutauchen. Wo kommt es her? In welcher Form zeigt es sich? Was darfst du daraus lernen? Nur in deinem tiefsten Inneren kannst du diesen Glaubenssatz in ein „Gut genug“ ein „Wertvoll“ oder „Einzigartig“ transformieren. Dein größter Schatz verbirgt sich in deinem größten Schmerz. Dieser Prozess muss aber nicht weh tun, du kannst ihn auch sehr spielerisch angehen.

Du BIST gut genug!

Mehr als das! Du bist besonders, einzigartig und als Mensch unantastbar. Einfach nur so wie du bist, ohne irgendetwas tun, können oder leisten zu müssen. Und wenn du dich schon über Fähigkeiten und Leistungen definieren möchtest, dann versuche zumindest einmal den Blickwinkel zu ändern: „Sometimes you win, sometimes you learn.“ – eine Einstellung, die mein Leben verändert hat. Zudem habe ich dazu ganz unten noch drei Übungen für dich.

Bin ich gut genug?

Ich selbst habe diesen Prozess vor einigen Jahren so richtig gestartet. Nach vielen großartigen Erfolgen und schmerzvollen Misserfolgen – sowohl im Fußball als auch danach – habe ich schon einige Schritte geschafft. Aber in gewissen Momenten poppt mein „Nicht gut genug“ immer noch auf. So wie jetzt gerade wieder gegen Ende dieses Blogposts: "Judith, magst du bitte drüberlesen, ob das eh so passt?" Wenn ich mich dabei ertappe, ist es entscheidend, nicht wie früher als Fußballer zu hart mit mir ins Gericht zu gehen und mir wieder vorzuwerfen „Noch immer nicht geschafft“, sondern ihm stattdessen freundlich und liebevoll zu begegnen. Denn Selbstverwirklichung ist kein Leistungssport, sondern eine Reise. Ich muss gegen keine Gegenspieler kämpfen, um zu siegen, sondern darf mit mir und meinem Umfeld spielen, um zu wachsen.

Und das gelingt mir immer besser aus der Fülle anstatt aus dem Mangel heraus. Ich habe mittlerweile verstanden, dass ich es paradoxerweise nicht trotz - sondern gerade wegen meines "Nicht-gut-genug", zum Fußballprofi geschafft habe. Aus meiner Sehnsucht - oder aus meiner "Frühstörung", wie Hans Joachim Maaz in der "Liebes-Falle" schreibt- jemand zu werden, um jemand zu sein. Wie meine vier schweren Verletzungen mir gezeigt haben, wäre der gesündere Weg, vorher schon jemand zu sein, um dann jemand werden zu können. Inside-out. Nicht umgekehrt.

Die Neurobiologie hat herausgefunden, dass die Hirnstruktur eines Leistungssportlers oder einer Führungskraft aus Politik oder Wirtschaft oft der eines Schwerverbrechers sehr ähnlich ist.

Ein amerikanisches Beispiel auf höchster Ebene zeigt uns aktuell sehr eindrucksvoll, dass da etwas dran sein könnte. Der Unterschied ist nur, dass sie andere Wege gefunden haben, ihren Mangel zu kompensieren. So landen auch viele gescheiterte Leistungssportler später an der Spitze in Politik oder Wirtschaft. Symptomverschiebung nennt man das in der Psychologie. ("Das Böse beginnt im Gehirn" - Artikel in der "FAZ".)

Und was diesen Blogpost betrifft, habe ich mittlerweile auch verstanden, dass es nicht darum geht, Klicks oder gute Feedbacks zu sammeln, sondern auf mein Gefühl vertrauen zu dürfen, dass meine Texte "gut genug" sind, wenn sie von Herzen kommen. Und trotzdem hat es richtig gut getan, als Judith mir gestern Abend noch sagte: "Der Post hat mich sehr berührt. Danke!"

Da habe ich wohl noch ein paar Schritte zu gehen...

Enjoy your-self,
Peter

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Ein Buch für dich
// "Die Liebesfalle" - Hans-Joachim Maaz

3 Übungen für dein „Gut genug“
1. Reflektiere längerfristiger.
Meine Coachees haben oft das Gefühl, nicht gut genug zu sein oder dass nichts weitergeht, weil sie zu kurz reflektieren. Überleg' mal wo du vor einem, drei oder fünf Jahren standest und was du seitdem alles gelernt, erlebt und erreicht hast. Hier ein cooles Tool dazu: "YEAR COMPASS".

2. Frage dein Umfeld.
Wenn du dir schwer tust, eigene Stärken wahrzunehmen oder zu benennen, dann frag' mal deine Familie und besten Freunde, was du gut kannst. Du wirst erstaunt sein, welche Dinge da kommen. 

3. Beobachte dein Umfeld (und verändere es gegebenfalls.
Umgibst du dich mit Menschen, wo du du sein darfst? Ohne Maske, ohne schlechtes Gewissen, ohne Angeberei? Wie sehr vergleichst und misst du dich mit deinem Umfeld und macht das Sinn (vor allem mit deinen Facebook- & Instagram-"Freunden")? Ist es an der Zeit, dich von manchen Menschen, Whats-App-Gruppen oder vielleicht sogar von deinem Job zu lösen?

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* Zur besseren Lesbarkeit habe ich bei Personenbezeichnungen meist die männliche Form gewählt. Gemeint sind natürlich immer auch die Frauen.

Ein Leben ohne Maske

Ein Leben ohne Maske

Warum setzt du dir eine Maske auf?
Nein, ich meine nicht den Mund-Nasen-Schutz vor Corona. Ich meine den Selbst-Sein-Schutz vor deiner Angst. Die Maske, die du trägst, wenn du nicht den Mut hast, du selbst zu sein, wenn du eine Rolle spielst und dich verstellst - aus Angst davor, was andere von dir denken oder erwarten (könnten).

Als Fußballprofi war meine Maske mein Trikot. Sobald ich es mir überstreifte, musste ich zum Superhelden mutieren (so gut das in der österreichischen Bundesliga halt geht). Der aufstrebende Nationalspieler, Leistungsträger und Sunnyboy. Immer cool, stark und souverän. Auf meinem Superman-Trikot ganz viele Pickerl von Sponsoren, die erwarteten, dass ich ihr Logo mit starken Leistungen im TV präsentierte. Oft ging das auch gut. Gerade gut genug. Gerade zum Stammspieler in der Bundesliga aufgestiegen, wollte mich mein Manager schon wieder ins Ausland verkaufen. Gerade mit dem Nationalteam den vierten Platz bei der U20-WM in Kanada erreicht, sollte ich eigentlich schon fürs A-Nationalteam auflaufen.

Das war nicht nur sehr anstrengend, sondern oft auch überfordernd. Wenn du im Außen dauernd den starken Leistungsträger spielen musst, obwohl du in dir drin oft mit der Angst vorm Versagen kämpfst. Diese innere Zerrissenheit führte schon bald auch zur äußeren. Am Höhepunkt meiner Karriere riss mein rechtes Kreuzband.

So wie der Körper uns immer zeigt, wenn etwas nicht in Balance ist.

Unser Körper ist eh ein sehr sensibler Lehrer. Oft zeigt er erste Anzeichen des Selbst-Verrates durch leichte Symptome wie Müdigkeit, Kopfweh oder leichtes Fieber. Aber wenn wir diese nicht ernst nehmen und nicht versuchen, sie zu verstehen, dann wird es immer schlimmer. Viele Menschen ziehen erst die Reißleine, wenn ihnen das Leben eine ordentliche Watschn gibt. Manche landen im Burn-out, andere mit einem Kreuzbandriss im Krankenhaus. Einer reichte bei mir nicht. Es mussten drei sein. Und mit jeder Reha gewann ich mehr Abstand zu meinem Hamsterrad und dementsprechend Raum für Fragen wie diese:

Wer bin ich eigentlich? Und was will ich wirklich?

Initiiert durch den Entschluss meines Karriereendes mit 25 Jahren, begleitet durch einen Coach und herausgefordert durch viele Fragen, spannende Herausforderungen und neue Begegnungen habe ich in den letzten Jahren meinen eigenen Transformationsprozess in ein Leben ohne Maske gemacht. Eigentlich viel mehr gestartet, wohlwissend, dass es sich bei diesem Prozess nicht um ein Ziel, sondern um einen Prozess handelt. Endlich muss ich keine Durchbrüche mehr schaffen oder Karrieresprünge mehr hinlegen. Ich darf langsam und bewusst gehen, Schritt für Schritt herausfinden, wer ich wirklich bin und immer öfter – und das finde ich noch schwieriger – auch den Mut haben, tatsächlich danach zu handeln. 

Natürlich verstecke auch ich mich nach jahrelanger Konditionierung noch öfter hinter der Maske. Aber zumindest erkenne ich sie immer öfter. Und wenn nicht ich, dann meine Frau, die mich dann wieder erinnert, dass sich "der Fußballer" wieder mal mit einem blöden Schmäh gezeigt hat oder dass "der kleine Peter" wieder mal einem Konflikt aus dem Weg gegangen ist. In manchen Situationen kann es sogar sinnvoll sein, dich ganz bewusst mit der Maske zu schützen, weil du vielleicht noch nicht soweit bist, die Konsequenzen der puren Wahrhaftigkeit auszuhalten.

In meine Transformations-Trainings kommen viele außergewöhnliche Persönlichkeiten, die erfolgreich sind, aber nicht wirklich glücklich und zufrieden. Menschen, bei denen - so wie bei mir früher als Fußballer - das Außen und das Innen nicht in Balance sind.

Menschen, die nicht den Mut haben, das zu tun, was sie wirklich wollen, das zu sagen, was sie wirklich denken, das zu zeigen, was sie wirklich spüren. Menschen, die nicht den Mut haben, der Mensch zu sein, der sie wirklich sind.

Was macht es uns so schwer, authentisch zu sein? Warum ist es uns so wichtig, was andere von uns denken? Warum wollen wir keine Schwäche zeigen? Es ist vor allem der Glaubenssatz, nicht gut genug zu sein, übernommen von unseren Eltern, geprägt durch die Schule, den (Leistungs-)Sport oder das Arbeitsleben. Dieses ständige Höher-Schneller-Weiter und Immer-Mehr, das unendliche Streben nach (Selbst-)Optimierung und Wirtschaftswachstum.

Zu wissen, woher deine Ängste kommen, könnte der erste Schritt sein, eine Einladung des Lebens, tiefer in deine Persönlichkeit einzutauchen, um dich besser kennen und in Folge schätzen zu lernen. Immerhin kannst du kein Selbstvertrauen entwickeln, wenn du dein Selbst gar nicht erst erkennst. Je mutiger du bist, um deine wahren Gefühle auszuleben und deine Gedanken offen und ehrlich auszusprechen, desto näher kommst du deinem Selbst. 

Du wirst schnell sehen und spüren, in welchem Umfeld dir das möglich ist. Sorgen bestimmte Menschen oder Situationen dafür, dass du dir wieder eine Maske aufsetzt, dann sind das entweder die besten Übungen für dich, herauszufinden warum du das machst oder es ist an der Zeit, dich von diesem Umfeld zu befreien, um Raum für das zu schaffen, wo du dich entfalten und verwirklichen kannst.

Was bringt es dir, dich auf die Reise zu machen?

Vorweg: Der größte Schatz liegt oft in deinem größten Schmerz. Dementsprechend kann der erste Schritt auch unangenehm werden. (Muss er aber nicht.) Wenn du Schritt für Schritt den Mut aufbringst, im Außen zu leben, was du im Innen spürst, wirst du in der Folge mit Leichtigkeit und Freude durchs Leben gehen, in Liebe und Verbundenheit mit deinem Umfeld. Du wirst nicht mehr mit den Symptomen an der Oberfläche kämpfen müssen, sondern mit dem Ursprung deines Seins spielen dürfen. Aus dieser Quelle deines größten Potenzials wirst du eine einzigartige Kraft entwickeln. Die Amerikaner haben eine schöne Redewendung dafür: "Enjoy yourself".

"Dein Selbst nicht kennenzulernen, ist, wie ein Armer, der nichts von seinem 100-Mio-Euro-Konto weiß.“ - Eckhart Tolle

Was aus dieser inneren Kraft im Außen alles entstehen kann, kannst du dir vorher nicht einmal erträumen: Vielleicht 100 Millionen Euro, vielleicht eine wunderschöne Beziehung, vielleicht tiefe Freundschaften, neue Leidenschaften oder aufregende Abenteuer. Auf jeden Fall aber ein Leben in Fülle, ein Leben in Liebe, ein Leben ohne Maske.

Auch meine Träume haben sich dahingehend verändert. Früher waren das konkrete Zahlen wie Tore, Titel und Prämien, heute sind es abstrakte Gefühle wie Liebe, Freude und Zufriedenheit. Aber auch Wut, Trauer oder Ent-Täuschung. Klingt komisch, aber auch die "negativen" Gefühle bereichern mein Leben sehr, seit ich sie annehme und bewusster auslebe. Freunde und Bekannte berichten mir oft, dass ich heute viel gelassener wirke als noch vor ein paar Jahren. Vielleicht weil ich das Gefühl habe, nichts mehr nachjagen zu müssen, sondern angekommen zu sein - sowohl privat als auch beruflich.

Durch das tiefe Graben in mein Innerstes und das Ablegen meiner Maske ist auch viel mehr Raum für mein Gegenüber entstanden. Das ermöglicht mir zum Beispiel, wirklich zuzuhören - vielleicht die wichtigste Fähigkeit für meine Beziehungen als Papa, Partner, Freund und Transformations-Trainer. Das Zuhören als Basis, um die Verbundenheit zu spüren, die richtigen Fragen zu stellen und zwischen den Zeilen zu lesen.

Wie geht's dir mit der Maske? Wer bist du, wenn niemand zuschaut? Was macht dich einzigartig?

Enjoy yourself,
Peter

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*Ich bin bewusst schlampig mit dem Gendern. Im Sinne der schöneren Formulierung entscheide ich mich manchmal nur für die männliche oder nur die weibliche Form – gemeint sind aber immer beide.

Fußball 2030 – Eine machbare Utopie

Fußball 2030 –
Eine machbare Utopie

Fußball 2030 – Eine machbare Utopie

Wie Corona den Fußball gerettet hat & wie die Transformation gelingen kann

Anno 2030. Felix Hackmair ist 12 Jahre alt. Sein Traum: E-Football-Profi. Anders als sein Papa will er nicht auf dem Fußballplatz sein Geld verdienen, sondern auf der PlayStation. Die Option in Papas Fußstapfen zu treten stellt sich auch gar nicht mehr. Die österreichische Bundesliga ist nämlich Geschichte. Sie hat nach den wirtschaftlichen Folgen von Corona zusperren müssen. Was damals wie ein Horrorszenario schien, erwies sich im Lauf der Jahre allerdings als Brücke in eine neue und schönere Ära des Fußballs. Corona hat den Fußball nicht zerstört, sondern ihn gerettet.

Während das Fußballsystem im Zuge des Corona Lockdowns Schritt für Schritt den Bach runterging, arbeitete im Hintergrund ein unabhängiges Expertenteam schon an einer möglichen Wiederauferstehung. Diese Visionäre sahen in der Krise eine große Chance:

Corona ermöglichte dem Fußball, sich einerseits wieder auf das Wesentliche zu besinnen und sich andererseits auf anderen Ebenen neu zu formieren.

Das Ergebnis: Fußball 2.0. Die machbare Utopie. Eine Neuausrichtung auf 3 Säulen.

1. Breitenfußball – Back to Basics
Der Fußball ist an der Basis zurück. Durch die geplatzte Blase können Spieler im Amateurfußball kein Geld mehr verdienen, was dazu geführt hat, dass das Spiel selbst, die Identifikation mit dem Verein und die Gemeinschaft im Dorf wieder in den Vordergrund rücken. Es werden keine auswärtigen Spieler mehr gekauft, sondern die Einheimischen gefördert. Die Einnahmen des jährlichen Dorffestes werden nicht in Spielergehälter investiert, sondern in den Nachwuchs und in die Infrastruktur. Auch in der endlich eingeführten „täglichen Turnstunde“ in der Schule wird viel gekickt, wodurch die Zahl der übergewichtigen Kinder von 25 auf 5 Prozent gesunken ist. Der Frauenfußball hat einen ordentlichen Aufschwung erlebt. Jeder Verein hat mittlerweile ein eigenes Frauenteam. Manche starten gerade ihre ersten Mixed Teams, was sich zB in den USA längst etabliert hat. Die Stimmung am Fußballplatz ist dadurch insgesamt freundlicher, offener und toleranter geworden.

2. Internationaler Profifußball – ein EU-Vorzeigeprojekt
Den Profifußball gibt es nicht mehr auf nationaler, sondern nur mehr auf europäischer Ebene. In der 2024 neu gegründeten „Super Champions League“ zaubern die 24 besten Klubs Europas. Red Bull Salzburg ist gerade von der „Alps Premiere League“, einer Fusion der Ligen Österreich, Schweiz, Tschechien, Slowakei, Slowenien und Ungarn, dorthin aufgestiegen. In dieser, nach unten hin geschlossenen, Liga spielen als österreichische Vertreter noch Rapid Wien, Austria Wien, Sturm Graz, LASK Linz und ja, wie schön wäre es, die wiederauferstandene SV Ried. Die „Alps Premiere League“ ist eine von fünf länderübergreifenden Profiligen Europas, die vor allem zwei entscheidende Vorteile mit sich bringen: Erstens endlich wieder einen spannenden Wettbewerb statt langweiligen Serienmeistern und zweitens auch einen interkulturellen Austausch und somit mehr Identifikation mit einem vereinten Europa. Unter diesen fünf Ligen gibt es nur mehr reinen Amateurfußball.

Die neu gegründete, basisdemokratische, UEFA hat Höchstgrenzen für Gehälter eingeführt, was 2020 noch undenkbar schien, aber viele Verantwortliche, u.a. Manchester United Boss Ed Woodward, schon damals angedacht hatten.

Die Höchstgrenzen wurden nach Corona unumgänglich, weil man nicht mehr rechtfertigen konnte, warum ein Fußballer 10, 100 oder gar 1000 Mal so viel verdienen sollte wie ein Mensch in einem systemrelevanten Job. 

Was am Anfang die Spieler noch vor den Kopf gestoßen hatte, erkannten sie im Laufe der Zeit als Chance: Sie entwickelten ein stärkeres Bewusstsein für ihre „Karriere danach“. Sie lebten nicht mehr mit dem erdrückenden Glaubenssatz, mit 35 finanziell ausgesorgt haben zu müssen, sondern schmiedeten schon während ihrer Spielerlaufbahn Pläne für ihr weiteres Leben. Durch die Entwicklung neuer Ziele und Träume und den fließenden Übergang in eine neue Aufgabe schlitterten auch viel weniger Ex-Profis in eine Krise.

Transfergelder wurden überhaupt abgeschafft. Spieler werden nun nicht mehr als „Spielermaterial“ gehandelt und verkauft, sondern dürfen sich - ähnlich wie am normalen Arbeitsmarkt - nach einer Kündigungsfrist von 6 Monaten frei entscheiden, für welche Mannschaft sie spielen möchten und mit welchem Klub sie sich identifizieren können. Das Gehalt spielt dabei nur mehr eine nebensächliche Rolle.

Die frei gewordenen Budgets durch die sinkenden Personalkosten investieren die Klubs in erster Linie in den Nachwuchs (auch in die Schulen), ebenso in die Infrastruktur, für soziale Projekte und nachhaltige Materialien. Es profitiert nicht nur derjenige, der in dem Trikot spielt, sondern auch diejenige, die es genäht hat. Außerdem können die Klubs die Tickets endlich wieder leistbar machen: Kinder und Jugendliche haben gratis Eintritt, Erwachsene zahlen 5 Euro für den Steh- und 10 Euro für den Sitzplatz. Amazon hat sich bis 2035 die Rechte an der Super Champions League gesichert und bietet sein Paket um 4,99 Euro/Monat an. Der Liga-"Hauptsponsor" ist die Europäische Union. Sie verteilt das Geld nach sozial-ökologischen Aspekten. Je sozialer und klimafreundlicher ein Verein agiert, desto mehr Subventionen erhält er. Die Alps Premiere League übertragen der ORF und der SRF im Free TV.

3. E-Football: Das Paradies der Generation Alpha
Und dann gibt es noch die ganz neue Welt des "E-Footballs". Jeder Profiklub und jedes Land der Welt stellen mittlerweile ein eigenes E-Team. Die jährliche FIFA-WM ist das Jahreshighlight und wird von über einer Milliarde begeisterter E-Football-Fans gestreamt, ebenso auf Amazon.

Zurück zu Felix' Traum: Mit Österreich zur WM 2040 in Shanghai! Was Papa beruhigt: Der virtuelle hat den physischen Fußball nicht verdrängt, sondern ergänzt.

Felix hat sich einerseits in den letzten Jahren mit anderen begeisterten E-Football-Spielern auf der ganzen Welt vernetzt, spricht dadurch schon mit 12 Jahren perfektes Englisch, ist anderen Kulturen, Ethnien und Überzeugungen gegenüber offen und tolerant.

Außerdem hat er durch die Möglichkeiten des virtuellen Raums auch eine ganze neue Kreativität entwickelt. Er bleibt aber andererseits in dieser Welt nicht hängen. Nach seinem täglich eineinhalbstündigen E-Football-Training fliegt er mit dem Hoverboard zum Sportplatz, um mit seinen Freunden die online erprobten Tricks in der U12 des ASV Vösendorf auch am Platz umzusetzen. Außer wenn das Wetter ganz mies ist: Dann setzt er sich lieber die Virtual Reality Brille auf, um gemeinsam mit Mbappé an seiner Technik zu feilen.

Wie der Fußball 1.0 zu Grunde ging
Felix kann es gar nicht glauben, wenn ihm Papa vom "Fußball von früher" erzählt:

"Ein Spieler 222 Millionen wert? Eine WM in Katar? Schlägereien unter Fans? Das muss ja eine schräge Zeit gewesen sein!

Bin ich froh, dass ich das noch nicht erleben musste! Aber Papa, wie kam es eigentlich dazu, dass dieses System zu Grunde ging?"

"Das ist eine lange Geschichte, lieber Felix! Aber ich versuch's kurz zusammenzufassen: Im Jahr 2020 legte das Corona Virus den gesamten Profifußball für mehrere Monate komplett lahm. Danach lief er zwar wieder an, aber ohne Zuschauer, ohne Flair, ohne Energie. Wie sich das anfühlt, können dir die Ex-LASK-Spieler noch heute, 10 Jahre später, sehr wehmütig berichten. Da darfst du einmal in deinem Leben gegen Manchester United ran und keiner kommt. Mit Fans im Rücken hätten sie erstens viel mehr Spaß gehabt und zweitens wahrscheinlich auch nicht fünf Gegentore kassiert.

Die Begeisterung für das Spiel nahm immer mehr ab:

Den Spielern fehlte die Atmosphäre, den Sponsoren der VIP-Raum und den Fans das Stadionerlebnis.

Auch übers Fernsehen waren die Spiele nur mehr halb so spannend. Und selbst die coole Idee, die Autokinos als Public Viewings wieder zu beleben, führte nur zu einem kurzfristigen Aufschwung. Es wurde immer sichtbarer, wie wichtig eine gute Stimmung, der "12. Mann" und die „12. Frau“, für die Euphorie des Fußballs war. Die Emotion ging weitestgehend verloren. Das Interesse verflog.

Sehr rasch verabschiedeten sich auch immer mehr Sponsoren. Einerseits weil viele Unternehmen ihre Werbeausgaben stark reduzieren mussten oder selber in Konkurs gingen, andererseits aufgrund des allgemein sinkenden Fußball-Interesses in der Bevölkerung. Wo keine Bühne, da keine Werbung.

Was Gerda Rodgers schon vor Corona kommen sah, wurde sehr schnell Realität: Die Fußballblase platzte. Die kleineren Klubs mussten aufgrund der fehlenden Zuschauereinnahmen schon 2020 zusperren, in den Folgejahren – mit Ausnahme der ganz großen – auch alle anderen. Durch die unverschämt hohen Ticketpreise wandten sich immer mehr Fans vom Profifußball ab. Nach und nach schlitterten immer mehr Klubs in Konkurs, bald darauf ganze Ligen: 2022 erwischte es die österreichische Bundesliga, in den Jahren darauf – außer die englische Premier League – alle anderen in Europa.

Das Ende des Profifußballs war nur die logische Konsequenz nach der extremen Entwicklung in den letzten Jahrzehnten, vor allem nach den rasant ansteigenden Transfersummen und Gehaltszahlungen nach dem "Bosman-Urteil" 1995. Das Corona Virus ließ die Blase schlussendlich platzen, das Fass übergehen, das Schiff untergehen.

Das System, das sich von seiner Basis, dem Fußball, dem Spiel, dem Fan, dem Nachwuchs, dem Breitenfußball, der Gemeinschaft, in den letzten Jahrzehnten immer mehr entfernte. 

All diese Faktoren führten schlussendlich zum Ende des aufgeblasenen Fußball-Business und zur Wiederauferstehung des Fußball-Spiels.

Happy End!

Die Transformation: Zurück in die Zukunft
In meiner Arbeit als Coach begleite ich Menschen in ihrer Transformation. Der erste Schritt ist dabei immer der wichtigste: Der Mut zum Loslassen, das Alte hinter dir zu lassen, um für das Neue bereit zu sein. Das Neue entwickelt sich dabei aber oft erst im Prozess. Du musst erst die eine Tür schließen, damit sich eine neue öffnen kann. Bei meinen Klienten sind das zB ein Karrieresprung, ein Jobwechsel, ein Schritt in die Selbstständigkeit, eine Weltreise, eine Trennung vom Partner, eine Versöhnung mit den Eltern und vieles mehr. Aber wo auch immer dich der Prozess hinführt: Auf jeden Fall einen Schritt näher zu dir selbst, zu mehr Authentizität, zu deinem Ursprung.

Das Wesentliche ist, deinen Weg bewusst zu gehen, regelmäßig inne zu halten und bei Bedarf die Richtung zu ändern.

Auch ich konnte mir nach dem Ende meiner Fußballerkarriere nicht erträumen, dass ich heute außergewöhnliche Persönlichkeiten coache, die vor wenigen Jahren noch meine eigenen Coaches, Mentoren oder Vorbilder waren.

Natürlich kann auch ich – so wie niemand anderer auf dieser Welt – jetzt prognostizieren, wie und wohin sich der Fußball bis 2030 entwickeln und wie sehr Corona sich als Game Changer erweisen wird. Dieser Blogpost ist auch keine Prognose, sondern eher eine – wie von Matthias Horx genannte - Regnose (eine Brücke zwischen heute und morgen) und noch viel mehr eine Einladung an alle Fußballliebhaber, die sich nach einer Veränderung sehnen – frei nach dem Motto: „Zurück in die Zukunft“ – nach einer gelungenen Kombination aus dem Ursprung und der Utopie, dem Spiel und den Chancen des 21. Jahrhunderts.

Dieser Blogpost ist ein Aufruf an alle, die den Fußball neu denken, vielleicht sogar neu erfinden möchten.

Das kann man von den führenden Köpfen des bestehenden Systems nicht erwarten. Erstens weil sie selbst davon profitieren und zweitens weil sie in der Krise viel zu sehr damit beschäftigt sind, das brennende Haus zu löschen, damit es nicht völlig zusammenbricht. An dieser Stelle sei auch erwähnt: Die Krisenmanager rund um Bundesliga-Vorstand Christian Ebenbauer machen ihren Job meines Erachtens im Moment recht gut!

Kurzfristig wird es trotzdem zu harten Rück- und Schicksalsschlägen kommen, aber mittel- bis langfristig ist diese Phase eine einzigartige Möglichkeit, den Fußball nachhaltig zu verändern. Je früher alle Protagonisten und die, die es werden wollen, verstehen, dass er so wie in den letzten Jahren nicht mehr überleben kann, desto größer ist die Chance für eine erfolgreiche Transformation.

Der Fußball steht in den nächsten Jahren an einem entscheidenden Wendepunkt: Wird er nach wie vor Weltsportart Nummer Eins bleiben oder eine aussterbende, elitäre Randerscheinung? Die schönste Nebensache der Welt hat unsere Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten geprägt wie kein anderer Sport. 

In seiner ursprünglichen und schönsten Form ist der Fußball meiner Meinung nach sogar systemrelevant: Er verbindet Menschen und Kulturen, fördert die Bewegung und damit die Gesundheit, sorgt für Gleichheit, Fairness und Freundschaft, 

fordert das Zurechtfinden und Unterordnen in einer Gruppe, lehrt das gemeinsame Gewinnen und Verlieren und öffnet Raum für das Ausleben von Emotionen.

Trotz mancher Korrupter und Wettbetrüger, Rassisten und Hooligans, Blutgrätscher und Ellbogenchecker bin ich davon überzeugt, dass es der Großteil der globalen Community gut mit dem Fußball meint und sich nichts mehr wünscht, als ein schönes, faires und freudvolles Miteinander. #wirsindmehr

Dieser Blogpost ist auch eine Einladung an dich. Ist meine Utopie völlig absurd oder zumindest in Teilen machbar? Welche Zukunft des Fußballs siehst und wünscht du dir? Wie soll der Fußball in Zukunft unsere Gesellschaft prägen und welche Weichen wollen wir jetzt dafür stellen? Was kannst und möchtest du dazu beitragen?

>> Mehr Artikel aus der Serie "Corona als Chance" <<

Corona als Chance #6 – Die (Sebastian) Kurz-Arbeit im Jahr 2021

Corona als Chance #6 - Die (Sebastian) Kurz-Arbeit im Jahr 2021

26. April 2021, 8:30 Uhr früh. Du wachst auf. Du hast den Wecker nicht gehört. Weil du gar keinen gestellt hast. Du hast nicht verschlafen, sondern ausgeschlafen. Gemütlich aufstehen, in Ruhe duschen und "herrichten" und anschließend ein herrliches Frühstück auf deiner Sonnenterrasse, ehe du es kaum erwarten kannst, wieder in die Arbeit zu fahren.

Endlich wieder Montag! Du freust dich auf deine Kollegen und kannst es kaum erwarten, wieder in die Arbeit gehen zu dürfen. Ohne Maske, dafür mit umso mehr Leidenschaft. Du hast deinen Traumjob gefunden, besser gesagt, du hast ihn selbst kreiert. Vor Corona hättest du dir nicht erträumt, damit Geld verdienen zu können. Und nicht nur das! Du kannst dich in deinem Tun auch noch selbst verwirklichen, Sinn stiften und hilfst mit, diese Welt ein bisschen besser zu machen.

15 Uhr. Feierabend. Oder besser gesagt: "Feier-Nachmittag". Fünf Stunden Arbeit pro Tag sind genug. Vier Tage die Woche auch (einen davon ganz gemütlich im Home Office). Die neue und positive Form der (Sebastian) Kurz-Arbeit im Jahr 2021. Den Rest der lästigen ToDos erledigt die künstliche Intelligenz, während die natürliche Dummheit immer mehr abnimmt. 1.000 Euro bedingungsloses Grundeinkommen + 1000 Euro für 20 Stunden sind mehr als genug. Auch deshalb, weil du während Corona draufgekommen bist, wie wenig (materielle Dinge) du für ein erfülltes Leben wirklich brauchst. Um 15:30 bist du wieder daheim. Und es bleibt noch genug Zeit für das, was dir am wichtigsten ist: Spielen mit deinen Kindern, schöne Zweisamkeit mit deinem Traumpartner, lustiger Grillabend mit deinen Freunden oder was auch immer deinem Körper gut tut, dein Herz berührt und deinen Geist inspiriert. Am Abend fällst du müde, aber erfüllt, ins Bett, liest noch ein paar Seiten in deinem Lieblingsbuch. Was für ein schöner Tag! Du freust dich schon wieder auf morgen.

Corona als Chance? Alles anders nach dem Re-Start? Oder doch wieder zurück in die alte "Normalität"?

Der Lockdown wird gelockert. Auch wenn wir alle die Langzeitfolgen von Corona noch nicht abschätzen können, versuchen wir gerade, so gut als möglich die alte "Normalität" Schritt für Schritt wieder herzustellen. Normalität, die für einen Großteil unserer Bevölkerung folgendes bedeutet:

// Arbeiter*Innen und Angestellte gehen wieder in eine Arbeit, in der sie für den Profit eines anderen anstatt an ihren eigenen Zielen und Träumen arbeiten,
// Kinder gehen wieder zurück in die Schule, in der sie größtenteils Dinge lernen, die sie nicht interessieren, anstatt ihre individuellen Begabungen entfalten zu dürfen,
// Konsumsüchtige stürmen wieder die Geschäfte, um Sachen zu kaufen, die sie nicht brauchen.
// Profifußballer verdienen weiterhin Unsummen während Pfleger*Innen nach wie vor für einen Mindestlohn schuften.
// Unternehmer*Innen fliegen wieder für ein Meeting von Wien nach Berlin. Und am selben Tag zurück.
// Zusammengefasst: Die Jüngeren springen wieder in ihr Hamsterrad, während die Alten, die "Risikogruppe" (mein Vorschlag für das Unwort 2020) noch länger und weiter weggesperrt wird.

* Alle diese Punkte haben natürlich nichts mit dir zu tun. Ich meine die anderen.

Was muss passieren, damit endlich ein Umdenken einkehrt?

Was muss passieren, dass wir endlich gemeinsam eine Welt erschaffen, in der wir uns darauf besinnen, worum es wirklich geht, in der wir uns selbst verwirklichen können und gleichzeitig aufs große Ganze "einzahlen"?

Eine Frage, die mich seit vielen Jahren beschäftigt: "Wie erreicht man Menschen, die sich über sich selbst, ihr Leben und diese Welt - zumindest scheinbar - so überhaupt keine Gedanken machen?" Die Antwort, die ich bis jetzt für mich gefunden habe, lautet: Leider gar nicht! Zumindest nicht direkt. Aus meiner eigenen Erfahrung in den letzten Jahren kann ich sagen, dass ich mit meinen Büchern, Vorträgen, Workshops und Coachings nur Menschen erreiche, die sich selbst bereits auf den Weg gemacht haben. Manche davon stehen am Beginn ihres Umdenkens bzw. ihrer Transformation, manche gehen bereits "All-in". Aber ich habe - zumindest bewusst und wissentlich - noch niemanden wirklich erreicht, der ganz weit davon weg ist, sich selbst, das große Ganze und die Entwicklung unserer Zeit zu reflektieren.

Mein Ansatz geht seit einigen Monaten sogar genau in die Gegenrichtung - weg von Quantität, hin zur Qualität. Ich mache kaum mehr Vorträge (in den nächsten Monaten darf ich ohnehin nicht), sondern fast nur mehr 1:1 Coachings. Anstatt wie in den letzten Jahren Tausende über meine Vorträge bzw. Hunderttausende über meine ORF-TV-Auftritte zu erreichen, sind es aktuell in Summe vielleicht 20-30 Menschen, die ich übers Jahr hinweg begleite. Dafür umso intensiver und tiefgründiger. Träumer, Macher, Eltern, Coaches, Führungskräfte und andere Menschen, die Verantwortung übernehmen wollen. In erster Linie für sich selbst, in zweiter für ihr unmittelbares Umfeld. Der Rest kommt von selber. Ich glaube nicht an Superhelden, die alleine und "von oben" die Welt retten, sondern ich hoffe auf mutige Change Maker, die Synergien schaffen und durch viele kleinere sozial-ökologische Projekte und Unternehmen diese Welt "von unten" ein bisschen besser machen.

// So geht Veränderung: Nachhaltig, an der Basis, Schritt für Schritt.

Wer sich in unsicheren Zeiten wie diesen übrigens fragt, wie es mit dem Arbeitsmarkt weitergeht und welche Jobs wir in Zukunft brauchen: Darauf kann es aktuell keine seriöse Prognose geben! Aber was ich glaube ist, dass die wichtigsten menschlichen Fähigkeiten im 21. Jahrhundert sowohl auf dem Arbeitsmarkt als auch im privaten Leben Mut, Selbstverantwortung, Offenheit und Flexibilität sein werden. Unternehmer und Personalleiter werden in Zukunft viel weniger nach Titeln oder Zeugnissen fragen und einstellen, sondern viel mehr nach Werten, Eigenschaften und Leidenschaften. Die Zeiten sind ohnehin vorbei, in denen wir über Jahrzehnte den gleichen Job ausüben werden.

Eine Vision zu entwicklen, eine Richtung einzuschlagen, einen Weg zu verfolgen, ja, das macht Sinn! Aber konkrete Pläne zu schmieden oder Meilensteine zu setzen, die zu weit in die Zukunft blicken, ist aus meiner Erfahrung reine Zeitverschwendung! Dafür verändert sich diese Welt zu schnell, dafür ist das Leben zu bunt, dafür sind die Möglichkeiten zu vielfältig.

"Je planmäßiger die Menschen vorgehen, desto wirksamer trifft sie der Zufall" - Friedrich Dürrenmatt

Transformation braucht Zeit. Schon bei Individuen meist Monate, manchmal Jahre. Auf nationaler oder gar globaler Ebene meist Jahre, manchmal mehrere Generationen. Da sind wir oft zu ungeduldig. Transformation hat auch kein Ende, sie ist von Natur aus ein lebenslanger Prozess. Du bist heute jemand anderer als letztes Jahr. Und spätestens alle sieben Jahre, wenn sich deine Zellen wieder völlig erneuert haben, bist du ein "neuer Mensch". Je mehr du dich dagegen wehrst, desto mehr blockierst du deine persönliche Entfaltung.

Transformation braucht Krisen. Für nachhaltige Veränderung muss ein System ins Wanken geraten, vielleicht sogar kollabieren. Corona bietet uns jetzt diese Chance. Und die nächsten Krisen stellen sich schon dahinter an: Die Wirtschafts-, Klima- oder Flüchtlingskrise, um nur ein paar zu nennen. Die Krise als das neue "Normal". Auch die nächsten Viren kommen bestimmt. Wir Menschen müssen jetzt scheinbar mit dem Fieber kämpfen, um endlich zu spüren, dass bereits die ganze Erde fiebert!

„Wenn du krank bist, musst du erst fiebern, um wieder gesund werden zu können.“

Die Frage ist nur, wie wir nach diesem Fieber zurückkehren wollen und werden. Warten wir jetzt einfach nur auf die Impfung, um damit die Symptome zu bekämpfen (spricht eigentlich auch jemand über die negativen Auswirkungen von Impfungen?) oder wollen wir die Ursachen (Ausbeutung von Erde, Mensch und Tier, krankes Gesundheitssystem, schwaches Immunsystem, globale wirtschaftliche Abhängigkeit usw. ...) erforschen und dort nachhaltig ansetzen, um besser für Krisen gewappnet zu sein bzw. die eine oder andere sogar verhindern oder zumindest mildern zu können?

Wenn dich dein Enkerl in 20 Jahren fragt: "Oma/Opa, was hast du nach Corona anders gemacht? Warum hast du bei diesem Wahnsinn weiter mitgespielt? Warum hast du nichts verändert? Was wirst du ihnen antworten?

Ein Buch für dich
- "Die Durchschnitts-Falle" - von Markus Hengstschläger